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Weintest 2: Merdinger Bühl Spätburgunder Rotwein trocken, Badische Winzerkellerei Breisach

Die Badische Winzerkellerei in Breisach lagert Wein in unvorstellbaren Mengen ein. Sie gehört zu einem der großen Weinvermarkter in Deutschland.

Nachdem ich den Sizilianer vom Plus als gut zum Kochen, aber eher zu schwach zum Essen eingestuft hatte, habe ich nach Ersatz Ausschau gehalten. Die hiesigen Rotweine sind in der Regel freilich ganz anders ausgebaut als ihre südländischen Kollegen. Kommen Italiener und Franzosen f.f. mit dunkelroten Weinen daher, sind die Spätburgunder Rotweine von Kaiserstuhl, Tuniberg und aus dem Markgräfler Land häufig durchsichtig und hell. Manche schmecken allerdings auch sehr schwach.

Ausnahmen finden sich natürlich bei unterschiedlichen Winzermeistern immer wieder. Mein Kaiserstühler Lieblingswinzer Pix baut Spätburgunder kräftig und dunkel aus (ich glaube, die Farbe hat damit zu tun, wie lange und intensiv die Schalen der Trauben ausgekocht werden). Wenn ihm ein Wein geeignet dazu scheint, legt er ihn in Eichenfässer. Dabei produziert er Barriqueweine, bei denen der Charakter des Weins von dem Eichengeschmack ergänzt und nicht durch ihn erschlagen wird, wie so oft üblich.

Aber zurück zu meinem Abendessenwein. Erwähnenswert finde ich ihn deshalb, weil er einen wirklich interessanten Geschmack hat. Für hiesige Verhältnisse preisgünstigst mit 4,99 Euro (allerdings im Raiffeisenmarkt, zwischen Hühnerfutter und Kartoffelkisten, also quasi beim Zwischenhändler) kommt aus der Flasche „Merdinger Bühl“ (eine Lage im nahen Tuniberg) des Jahrgangs 2005 eine angenehm parfümierte Note, die zuerst schwer einzuordnen ist. Tannin spielt hier überhaupt keine Rolle. Stattdessen steigt ein zarter Kirschgeruch in die Nase, unterstützt von leichtem Mandelaroma. Das Mandelaroma ist es auch, das im Gaumen hervorsticht und zusammen mit der etwas süßen, fruchtigen Note (die hiesigen Weine sind immer etwas süßer, als man erwartet) und einem Hauch Vanille dem Wein einen mediterranen Touch der etwas anderen Art gibt. Eindeutig „deutsch“ ausgebaut erinnert er trotzdem an milde Sommerabende neben Mandelbäumen, an frisch geerntete Mandeln direkt vom Baum als Snack. Zu den Bragioli passt er recht gut, auch wenn sie mit dem kräftigeren Kollegen gekocht worden sind.

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