Berlin und Wein. Schlimmer noch: Spandau und Wein. Ich war ja skeptisch. Bei meinem ersten Weg durch Spandau dann: Ein Weingeschäft. Hurra! Bei Bolle, dem Supermarkt mit dem traditionsreichen Namen, Wolfenweiler Supermarktware. Überall viel „Edelherb“, „lieblich“, „süffig“. Die Norddeutschen halt, die Zuckerschnäuzchen.
Kaiser’s, der Laden, der Kassiererinnen gerne mal feuert, wenn sie Rabattmärkchen unterschlagen, hat ein schön aufgemachtes Weinregal, auch mit vielem Süßen. Was ich aus Südbaden nur eingeschränkt kenne, nämlich Pfälzer Weine (man gräbt sich ja nicht selbst das Wasser ab, in der Pfalz wird das Sortiment badischer Weine auch nur den üblichen Minimalstandard beinhalten), gibt es hier in großer Vielfalt. Blanc de Noir, das war mir bisher noch gar nicht uintergekommen (und kaum schaue ich auf die Webseite eines meiner Lieblingswinzer, hat er den auch neuerdings im Sortiment). Es ist ein weiß ausgebauter Spätburgunderwein.
Rotwein entsteht normalerweise durch das Auskochen (chemisch oder thermisch) der roten Trauben. Presst man aus roten Trauben nur den Saft, erscheint er weiß, genau wie der Saft aus weißen Trauben. Wird die Schale mit verarbeitet, entsteht ein Roséwein. Der Blanc de Noir zählt zu den Roséweinen, erscheint aber fast weiß, mit einer ganz leichten Rosafärbung.
Der hier verkostete Wein versprach viel. Spätburgunder sind ja in der Regel recht gehaltvolle Weine, und auch der Alkoholgehalt von 13 % Vol. deutet nicht auf einen allzu leichten Wein hin. Und ja, es ist ein recht schöner Wein. Gehaltvoll, einem Grauburgunder nicht unähnlich, kräftig aber auch weich, harmonisch, trocken. Ein bisschen Melone, etwas herbstliches Obst. Kein Begleiter zu Spargel oder leichten Speisen, eher ein Begleiter zu Steinpilzen und kräftigeren Kalbfleischspeisen, zu Krustentieren und schmelzenden Weichkäsen. Für das Preissegment (4,99 Euro für 0,75 ℓ, momentan im Angebot 4,49 Euro) ein schöner Wein, den man auch mal Gästen vorsetzen kann. Na gut, wenn es keine allzu berlinerischen Berliner sind. Denen ist dieser Wein vielleicht nicht lieblich genug. ![]()
Die Seite des Spätburgunder Blanc de Noir – Der weiße Rote mit allen Angaben: http://www.weintor.de/cms/dwt/index.php?page=wein&id=53




Mada-Vanilla




Spaghetti mit Petersilienpesto und Kingprawns
Pesto mag ich nicht besonders. Zumindest die übliche Basilikumpesto, was wohl daran liegt, dass Basilikum nicht so ganz mein Geschmack ist. Als Pesto vermahlen ist mir der Geschmack oft zu streng. Schlimmer noch sind die gekauften Pesto-Varianten, nach was schmecken die eigentlich so? Ist das das Aroma reifer Konservierungsstoffe?
Die türkische Petersilie, die es hier überall in großen Gebinden zu kaufen gibt, brachte mich auf die Idee, Petersilienpesto zu machen. Die schmeckt mir auch eindeutig besser. Improvisiert habe ich die restlichen Zutaten, da kam quasi rein, was da war. Peccorino mit schwarzem Pfeffer beispielsweise. Mandeln und Pinienkerne. Dass sowas gut mit Kingprawns schmeckt, die an sich auch nicht zu meinen ausgesprochenen Leibspeisen gehören, hatte ich so im Gefühl, Und das trog mich nicht! Knusprig gebraten war die Kombination mit der Petersilienpesto ein Knüller!
Zutaten
Mehr lesen »
Ähnliche Rezepte