Überraschungslachs mit Kartoffelpuffern

lachs puffer

Die Nachbarin klopfte an die Türe, weil die Klingel mal wieder nicht funktioniert hat. Ein Paket mit lebenden Fischen sei angekommen. Büttä?! Ein längliches Styropor-Paket, mit Absender, der auf Fisch schließen läßt und Aufkleber, der Inhalt sei ein Lebensmittel und möge doch baldmöglichst ins Kühle verbracht werden. Ich schloss daraus, dass er doch schon tot sei. Höfliches Dankeschön, ratloser Blick.

Im Inneren eine Plastikisoliertasche in länglich rechteckiger Form, ein Anschreiben, ein Flyer und ein Buch mit Warenkunde über Fisch. Aus der Plastikisoliertasche roch es geräuchert, der Flyer von www.lachs.de wies den richtigen Weg, das Anschreiben tat ein übriges. Eine gewagte Form der Kaltakquise. Hochachtung!

lachs-katerMan habe diesen Blog gelesen und für gut befunden und deswegen ein Präsent geschickt in der Hoffnung, wir machten was Schönes draus. Und die Bitte, auch über den Zustand des weitgereisten Produktes zu berichten und den Shop zu erwähnen. Angesichts von 500 g Räucherlachs konnte ich das jetzt gar nicht mal so plump finden.  Eher mutig.

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Austernpilzragout mit Rucola auf Bandnudeln

Da bekam ich doch gestern die nachfolgende Menükarte gemailt. Und die Austernpilze aus dem Wok hatten es mir irgendwie sofort angetan. Ich hatte zwar keine Ahnung, wie der Koch das zubereitet, aber schnell eine Vorstellung, wie ich es zubereiten würde. Ein Einkauf stand ohnehin auf der Tagesordnung und angesichts der Zutatenliste war auch klar, dass nur der Edeka in Frage kam. Die losen Austernpilze dort waren zwar schon sehr ausgesucht, aber es reichte gerade noch so für mein Vorhaben.

Menu

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  • Spießbraten mit Kartoffelsalat
  • Bratwürstchen mit Sauerkraut
  • „Fränkisches Hochzeitessen“
  • Gekochte Ochsenbrust mit Meerrettichsauce, Preiselbeeren und Bandnudeln
  • Aus dem Wok, am Buffet zubereitet
    Gebratene Austernpilze mit Nudeln, Kirschtomaten, Rukola, Parmesanspäne
  • Crêpe, gefüllt mit Spinat und Ricotta, leichte Käsesauce

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Und so sahen dann nach kurzem Nachdenken mein Rezept  – und nach kurzer Kochzeit das fertige Gericht aus:

Austernpilzragout mit Rucola und Tomaten

Austernpilzragout mit Rucola und Tomaten

Zutaten
  • 300 g Austernpilze
  • 100 g Ruccola
  • 125 g Kirschtomaten
  • 2 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100 ml Weißwein
  • 125 g Creme fraiche
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL Oregano
  • 300 g breite Bandnudeln

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Weintest Nr. 16: Piemonte D.O.C. 2007 von Aldi

piemonte-doc-barbera-2007Nach längerer Pause habe ich mal wieder eine Neuheit im Aldi-Weinsortiment entdeckt und ausprobiert. Für 2,49 € wanderte eine Flasche Barbera aus dem Piemont in den Einkaufswagen. Den sollte es zu den Fusilli alla Siracusana geben – ein kräftiger Wein zu einem deftigen Pastagericht. Nach dem Öffnen gefiel der Wein gleich durch seine tiefdunkelrote Farbe und eine fruchtige Note, die an Kirschen und Pflaumen erinnerte. Und auch geschmacklich fand ich den Wein überzeugend: Die Säure war deutlich zu spüren, aber dennoch war der Wein ausgewogen und passte prima zu den Nudeln, die dank Sardellen, Oliven und Kapern einen leichteren Rotwein oder Weißwein doch eher erdrückt hätte. Üppige 13,5% vol. Alkohol lassen es ratsam erscheinen, den Genuss einer Flasche entweder auf mehrere Mittrinker oder zumindest auf mehrere Abende zu verteilen. 😉 Nach meinem Empfinden bekommt man hier jedenfalls einen schönen Wein für sein (weniges) Geld.

Fertiggerichtetest: Meeresfrüchtepizza von Costa

Nun musste ich zum zweiten Mal innerhalb von nur einer Woche  einen „Convenience Food Day“ einlegen. Wo soll das nur hinführen? 😉 Meine Wahl fiel diesesmal auf eine Pizza mit Meeresfrüchten der Firma Costa. Auf der Packung sah das ganze sehr ansprechend aus. Nun ist es, wie die meisten wohl wissen, aber meistens so, dass Werbebilder nur wenig mit der Realität zu tun haben. Und so blieb ein ungutes Gefühl als ich mich mit meiner Jagdbeute auf den Heimweg machte. Mit Spannung packte ich das, mit 3,49 € eher zu den „hochpreisigen“ TK-Pizzas gehörende, Exemplar aus.

Meeresfrüchtepizza von Costa

Meeresfrüchtepizza von Costa

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Fertiggerichtetest: India Tandoori von Frosta

Es gibt Tage da reichen weder Zeit noch Lust zum Kochen – nicht einmal für eine Pasta rapida. Was bleibt also an Alternativen? Kalte Küche… hm, nö, was Warmes sollte es schon sein. Pizzaservice, nä, das kommt nur in Frage wenn die Küche unbenutzbar ist – z.B. wegen Renovierungsarbeiten. 😉 Bleibt also nur ein Fertiggericht aus dem Supermarkt. Wenn es nicht gerade eine Pizza sein soll, ist das Sortiment erstaunlich übersichtlich geworden in letzter Zeit. Früher war das Angebot irgendwie umfangreicher.  Trotzdem fiel die Wahl irgendwie schwer. Die Fotos auf den Verpackungen sehen zwar lecker aus, aber die Zutatenlisten sind es meistens nicht. Statt Kräutern und Gewürzen findet sich allzu oft eine umfangreiche Liste an E-Nummern. Da fiel mir auf einer Frosta-Verpackung der Satz „100% frei von Farbstoff- & Aromazusätzen“ ins Auge. Das klang nicht schlecht. Tatsächlich las sich auch die Zutatenliste nicht schlecht: Bandnudeln, Hähnchenbrust, Broccoli, Karotten, Zwiebeln, Sahne, Blattspinat, kandierter Ingwer, Curry, Zitronengras u.a. Das sollte es sein!

Die Zubereitung ist wie bei allen Fertiggerichten kinderleicht. Packungsinhalt in die Pfanne schütten, 150 ml Wasser zugeben und das Ganze bei starker Hitze 6 bis 7 Minuten erhitzen – fertig.

Dann kam der Moment der Wahrheit. Hielt das fertige Essen, was seine bunte Verpackung versprach? Appetitlich sah es jedenfalls aus.

Fertiges India Tandoori von Frosta

Fertiges India Tandoori von Frosta

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Topinambur

topinambur

Ich nehme mal an, den meisten Menschen wird es so gehen wie mir: Von Topinambur hat man bestenfalls schon mal gehört. Gesehen hat man es nicht, was es ist, weiß man auch nicht. Und man hat es nicht gegessen, geraucht oder getrunken. Aber wer nach Südbaden gezogen ist, der sollte seinen Geist und seine Sinne öffnen: Hier gibt es viel (altes) Neues zu entdecken!

Pastinaken und Petersilienwurzeln, Portulak (Postelein) und Topinambur: das sind die Posten, die mich nach der Umsiedelung vor über 16 Jahren von Frankfurt nach Freiburg auf dem Markt in Erstaunen versetzt haben. Rätselhafte Blättchen (Portulak), schrumpelige Rüben (Pastinaken und Petersilienwurzeln), geheimnisvolle Knollen (Topinambur). Dinge mit denen man hier konfrontiert wird.

Zuerst probiert habe ich Pastinaken und Petersilienwurzeln. Ihr Aroma ist feiner und mir angenehmer als das des verwandten Selleries, den ich über Jahrzehnte gar nicht mochte. Sellerieknolle konnte mir jede Suppe verderben. Pastinaken sind da eine gute Alternative und schmecken auch so, in Butter gedünstet, sehr fein.

Portulak ist ein sukkulentes Grünzeug mit sehr zarter Oberfläche und etwas schleimiger Konsistenz. Eigengeschmack hat es wenig, und ich bin kein großer Fan davon. Bei Magenbeschwerden soll es aber prima sein …

Topinamur, ich habe es in der wikipedia gelesen, wird nur in ganz wenigen Regionen Deutschlands angebaut und ist daher wohl auch so gut wie unbekannt. Er kann roh oder gekocht gegessen werden. Als ich letztens auf dem Markt ausgesprochen schöne Exemplare vorfand, habe ich sie einfach mal mitgenommen. Da Topinambur frosthart ist, kann man ihn auch (und gerade) im Winter kaufen.

Der rohe Topinambur hat einen leicht glasigen Biss und einen zart säuerlichen, milden Geschmack, der mich etwas an junge Kokosnuss erinnert. Sehr angenehm jedenfalls. Gekocht habe ich ihn zusammen mit Kartoffeln und einem guten Stück Butter, und am Schluss habe ich alles zu einem Mus zerstampft. Das war okay, erinnert ganz leicht an Selleriepüree, hat aber einen noch ganz eigenen Geschmack, den ich nicht klar definieren kann. Roh fand ich das Ganze irgendwie besser. Aber da muss ich einfach nochmal rumprobieren, es gibt sicher noch viele Möglichkeiten.

Spannend sind diese alten Gemüsesorten allemal. Man sollte sich ab und an mal was trauen …

Lammfilet mit Bratkartoffeln und Balsamico-Senf-Tomaten

 Nachdem das Einbraten der neuen Eisenpfanne gestern doch ein bisschen Zeit in Anspruch genommen hatte, sollte das Kochen möglichst schnell gehen. Die Hauptzutaten – ein Rest Lammfilet und die geschälten Kartoffeln – standen bereits fest, und so blieb nur noch das Heraussuchen eines schnellen Rezeptes. Nach kurzer Suche habe ich zwar kein fertiges Rezept gefunden, aber eine gute Idee, aus der ich dann dieses Rezept entwickelt habe.

Es ging auch tatsächlich recht schnell. Nach nur 25 Minuten stand das Essen auf dem Tisch. Noch dazu mit einer besonders leckeren Soße, die nicht nur zu Lamm sehr gut passt – auch zu Rind dürfte sie eine gute Figur machen.

Lammfilet mit Balsamico-Tomaten und Bratkartoffeln

Zutaten
  • 200 g Lammfilet
  • 8 Cocktailtomaten
  • 1 EL Senf, mittelscharf
  • 2 EL Balsamico
  • 75 ml Rotwein
  • 1 TL Zucker
  • Salz, Pfeffer
  • 4 Zweige Rosmarin
  • 3 – 4  Kartoffeln
  • 1/2 Zwiebel
  • Olivenöl zum Braten

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Weintest Nr. 15: Vina del Asador – Rioja Rosado 2007 vom Aldi

 Häufig sind mir die Roséweine aus dem unteren Preissegment zu lasch und ausdruckslos. Trotzdem habe ich diesen Neuzugang im Aldi-Weinsortiment ausprobiert. Und ich bin angenehm überrascht worden. Der Wein wurde aus Garnacha-Trauben hergestellt und ist ausgesprochen fruchtig und frisch. Obwohl als trocken bezeichnet könnte er fast schon als halbtrocken durchgehen. Dieser süffige Wein passt prima zu leichten Vorspeisen oder einem Salat, aber auch zu Fisch kann ich ihn mir gut vorstellen.

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Champignonragout mit Cashews und Sahnesoße

Da hatte ich Jürgen schon von erzählt und er hat’s nachgekocht und ich heute auch. Lecker. Und einfach. Ich habe noch eine Wildreis-Basmati-Mischung dagehabt. Normalerweise stehe ich nicht auf den Reis von Oryza, und das mag auch der Grund sein, warum diese Packung im Spätsommer abgelaufen war, ohne dass ich es gemerkt hätte. Aber zu diesem Rezept passt der Reis, und drei Monate mehr oder weniger machen nix aus …

Also Reis gekocht, in Salzwasser, nach Packungsanleitung. Ich habe schon seit vielen Jahren Reis nicht mehr nach Anleitung gekocht. Asienbesuche entwöhnen. Oder verwöhnen, je nachdem. Sonst gilt für mich immer „cirka einen Finger breit Wasser über dem Reis stehen lassen“.

Je 250 g braune und weiße Champignons habe ich kleingeschnitten: Stiel ab und die Köpfe geviertelt. Eine kleine Zwiebel und eine noch sehr viel kleinere Knoblauchzehe geschält und gewürfelt. Zwiebel und Knoblauch in etwas Olivenöl kurz angedüsntet, Pilze dazu, Salz drauf, etwas Thymian, mit einem kleinen Schluck Müller-Thurgau abgelöscht, etwas Wasser nachgegossen, 1/2 Becher süße Sahne rein und ein Lorbeerblatt, kurz köcheln gelassen. Und da ich nur fertig geröstete Cashews bekommen habe, kamen die in einer feuerfesten Schüssel für zehn Minuten in den 150 Grad heißen Backofen. Und wurden dann am Schluss unter die Soße gerührt, die mit Salz und Pfeffer mild abgeschmeckt war.

Köstlich, fürwahr …

Gaststätte „Zum Taunus“ – Zeitreise in die 70er Jahre

Eine Wanderung mir einer größeren Gruppe will gut vorbereitet sein. Dazu gehört nicht nur, dass man die Strecke  vorher einmal abläuft, vor allem das Lokal, in dem die hungrige Meute nach langem Marsch einfallen wird, muss getestet werden. Klar, dass es keine Sterneküche sein muss, aber auch das andere Extrem wollen wir doch ganz gerne vermeiden. Und so sind wir gestern zu Zweit von Idstein nach Heftrich gelaufen, wo wir in der Gaststätte „Zum Taunus“ eingekehrt sind. Das Lokal war um die Mittagszeit gut besucht, aber auch ohne Reservierung fanden wir noch einen Tisch.

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Gaststätte „Zum Taunus“ – Zeitreise in die 70er Jahre

Jürgen 9:48