Kaninchen mit Backpflaumen

Der Förster hatte sich bislang noch nicht gemeldet; ich hatte mich auf die Warteliste für Wild setzen lassen, und bekam noch nicht einmal einen kleinen Hasen. Also musste ich auf  Buschmannhasen, so heissen die Kleinen in Südafrika, auch Kaninchen genannt, zurückgreifen. Kaninchen sind bekannter maßen auch bekömmlicher, weil sie deutlich weniger Schrotkugeln haben. Aber wenigstens so aussehen wie ein Hase sollte es. Also ab in eine kräftige Rotweinbeize.

Weiterlesen

Silvaner aus Rheinhessen, die Zweite.

Auf absehbare Zeit bekomme ich bei meinen Einkaufquellen keinen Silvaner, aber ich schätze diesen Wein wegen seiner Frische und Fruchtigkeit, gerade zu Fischgerichten, auch im Winter. Ich hatte schon das Einsteigerpaket Rheinhessen Silvaner vorgestellt. Beim Stöbern im Internet bin auf eine weitere interessante Seite gestossen. Es ist ein Onlineshop von ca. 20 Winzern, die ihre Weine dort vermarkten. Das ist ja auch sinnvoll, denn die Pflege eines solchen Shops, inklusive der Jahrgangswechsel, Lagenwechsel usw, ist doch recht aufwendig. Das Weingut Engelhard verlinkt von seiner Webseite direkt zu diesem Onlineshop mit seiner Weinliste. Man kann zwischen Weinsorten, Weißwein, Rotwein, Rosé usw. wählen und weiter unten über fünf weitere Kriterien, wie Qualität, Rebsorte, usw. selektieren. Über die Selektion „Winzer“ gelangt man dann auch auf die Webseiten der beteiligten Winzer. Ich habe die Rebsorte „Silvaner“ gewählt. Man bekommt die Analysewerte der Weine angezeigt und kann sich ein Bild über Gradation und „Restzucker“ usw.  machen, inklusive einer Kurzbeschreibung der Weine. Weiterlesen

Wasabirippchen auf Rieslingsauerkraut

Im neuen Jahr soll man Sauerkraut auftischen, damit einem das Geld nicht ausgeht. Ist mein Kontostand irgendwie beängstigend(?), aber ich bin sowieso zu spät, denn der Brauch gilt wohl für den Neujahrstag. Ich habe einiges über den Brauch (in Hessen und Franken) gefunden, aber keine schlüssige Ableitung zum Geld. Da halte ich mich doch an andere hessische Weisheiten, zum Beispiel: „Wer im Sommer Weisskraut klaut und auf Gott vertraut, der hat im Winter Sauerkraut“, finde ich irgendwie stimmiger! Wir müssen weder unser Weisskraut stehlen, noch unser Sauerkraut ansetzen. Das ist übrigens keine so einfache Sache. Ich erinnere mich an die Krautschneidrutsche bei der Oma, ein durchaus martialisches Gerät, das keineswegs Fingerkuppen schonte, wenn man nicht aufpasste , und gestunken hat das, in der Milchsäure gärende Sauerkraut, auch ganz schön. Jetzt mache ich die Folienpackung auf, ein frischer Duft, krautiger Duft, strömt aus, und los geht’s !

Weiterlesen

Gebratene Forellenfilets mit andalusischem Spinat, Trucha con espinacas sacromonte

Gefallen hatte mir das andalusische Rezept für Spinat mit Rosinen, Mandeln, Weissbrot und Knoblauch, mit dem hübschen Namen „espinacas al estilo Sacromonte“. Wie der Spinat zum heiligen Berg kommt, blieb mir nach Lesen des Rezeptes zwar verborgen, aber vielleicht tun sich ja beim Zubereiten Berge auf, die ich noch nicht kenne. Dazu sollte es Forelle geben, allerdings war das Suchen in meinem spanischen Kochbuch unergiebig. Wie so viele mediterrane Küchen wickeln sie immer wieder Forellen in Speckmantel , und das kann ich gar nicht leiden. Ich hab dann mal gegoogelt, nach „trucha (das ist der spanische Name für Forelle) con espinacas“ und 39.200 Rezepte haben mich fast erschlagen. Also die bewährten Forellenfilets auf der Haut gebraten mit dem andalusischen Spinat. Fusionsküche, und da müssen auch keine Kochbücher umgeschrieben werden.

Weiterlesen

Seelachsfilet, Apfel-Wirsing und Krebssauce

Zum rustikalen Seelachs, Apfel-Wirsing passt scho. Und warum dann so eine feine Sauce ? Ganz einfach, als der Seelachs gekauft wurde, war sein kulinarisches Umfeld noch gar nicht bekannt. Ursprünglich sollte er sich mit einem einfachen Salat begnügen. Erst zu Hause lernte er die anderen Teilnehmer seiner Kochkarriere kennen und lieben. Und er genoss es, mal so richtig auf den Putz zu hauen, wie sonst nur Seezungen und Konsorten.

Zutaten
  • 300 gramm Seelachsfilet
  • 400 gramm Wirsing
  • 1 Apfel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 Esslöffel Weisswein
  • 50 ml Sahne
  • 1 Teelöffel Krebspaste
  • 30 gramm Krebsschwänze
  • 30 gramm Butterschmalz
  • 100 gramm Bandnudeln
  • 1 Teelöffel Mehl
  • Salz und Pfeffer
Weiterlesen

Meerrettich-Rouladen mit Rotwein-Preiselbeer-Soße

Ich weiß nicht wieso, aber urplötzlich hatte ich heute Appetit auf Rouladen. Also kamen noch Rinderrouladen auf meinen Einkaufszettel. Eigentlich sollte man das etwas früher planen und nicht nur bei Zeiten einkaufen gehen, sondern auch rechtzeitig mit dem Kochen anfangen. So wäre  um ein Haar mein Vorhaben schon im Supermarkt gescheitert: an der Fleischtheke gab es keine einzige Roulade mehr. Die bemühte „Wir-lieben-Lebensmittel“-Verkäuferin schaute dann aber noch bei den fertig abgepackten Fleischwaren in der Kühltheke nach – und siehe da zwei Packungen waren noch da. Der Tag war gerettet!

Da gerade Meerrettich-Zeit ist, habe ich die Rouladen mit einer neuen Füllung und einer abgewandelten Soße ausprobiert.  Das Ergebnis hat mir sehr gut gefallen. Vor allem die Rotwein-Soße war ausgesprochen lecker. Preiselbeeren und Meerrettich haben sich wunderbar ergänzt. Dazu gab es Kartoffelbrei, den ich diesesmal  (fast) ohne Butter gemacht habe. Nur ein Esslöffel kam hinein. Ergänzend habe ich  einen kleinen Becher Creme fraiche zugegeben. Das ist eine sehr schöne Alternative. Der Kartoffelbrei ist dadurch nicht so üppig, als wenn man eine Lichter-Portion Butter hineintut, wird aber auch sehr schön cremig und schmeckt irgendwie frischer.

Ohne Dampfkochtopf dauert das Gericht allerdings ziemlich lange. Und so kam es dann, dass das Foto diesesmal meinem Hunger zum Opfer gefallen ist. 😉 Dafür ist es aber mein Beitrag zum Garten-Koch-Event Dezember von gaertnerblog.de:

Garten-Koch-Event Dezember 2009: Meerrettich [31. Dezember 2009]

Update vom 25.1.15
Endlich habe ich dran gedacht.  Hier noch ein Foto von den leckeren Rouladen:

Foto: Meerrettich-Rouladen mit Rotwein-Preiselbeer-Soße

Meerrettich-Rouladen mit Rotwein-Preiselbeer-Soße

Zutaten
  • 1 Karotte
  • 2 Rinderrouladen (je ca. 175 g)
  • Salz, Pfeffer
  • 60 g Bacon
  • 20g geriebener Meerrettich
  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 2-3 EL Crème fraîche
  • 2 EL Speisestärke
  • 125 ml Rotwein
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 1 – 2 EL Preiselbeer-Kompott

Weiterlesen

Geröstetes Maultaschen-Omelette

Also eigentlich soll man die Maultaschen für dieses Gericht ja selber machen. Aber das ist doch eine ziemlich aufwändige Angelegenheit und mir fehlte dafür einfach die Zeit. Also griff ich ausnahmsweise in das Regal mit dem Convinience-Kram, genauer gesagt zu einem Fertigprodukt vom Aldi. Das war mir noch in guter Erinnerung und ich hatte erst kürzlich eine Packung auf Vorrat in den Kühlschrank gepackt. Diese Fertigmaultaschen sind recht ordentlich gemacht und gut gewürzt. Damit wurde das ganze zu einer wenig arbeitsintensiven und trotzdem schmackhaften Angelegenheit. Ergänzend könnte ich mir geschmälzte Zwiebeln auch noch gut dazu vorstellen.

Geröstetes Maultaschen-Omelette

Geröstetes Maultaschen-Omelette

Zutaten
  • 1 Pckg. Original schwäbische Maultaschen vom Aldi (360 g), andere Hersteller gehen natürlich auch
  • 4 Eier
  • 50 ml Milch
  • 2 EL Butterschmalz
  • Pfeffer
  • Salz
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 1/2 l Rinder- oder Gemüsebrühe

Weiterlesen

Matjesfilets mit Gartenkräutern auf rotem Zwiebel-Confit

Auf Matjes hatte ich gestern Appetit – gedacht, gekauft. Bei der Gelegenheit entschloss ich mich, dieses Rezept auszuprobieren, weil es irgendwie interessant klang. Die Kartoffelplätzchen waren mir zu aufwändig und ich habe stattdessen Bratkartoffeln gemacht. Das Ganze war aber nicht so mein Ding. Es passte irgendwie nicht so richtig zusammen – für meinen Geschmack. Die Bratkartoffeln passten schon zum Matjes. Und der Matjes war mit den Kräutern auch nicht schlecht.  Ich denke das wäre mit den Kartoffelplätzchen auch nicht anders gewesen. Also irgendetwas passte da nicht… eventuell die Zwiebeln. Obwohl Zwiebeln und Matjes doch eigentlich gut zusammen passen. Wie auch immer, dieses Rezept würde ich so nicht noch einmal machen. Und die Kartoffeln dürfen gerne auch festkochend sein. 😉

Matjesfilets mit Gartenkräutern und rotem Zwiebel-Confit

Matjesfilets mit Gartenkräutern und rotem Zwiebel-Confit

Zutaten
  • 300 g Matjesfilets
  • 400 g Kartoffeln mehlig kochend
  • 1 Eigelb
  • 25 g Speck
  • 1 Bund Petersilie
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 30 g Mehl
  • Salz
  • Muskat
  • 150 g rote Zwiebeln
  • 1 EL  Butter
  • 1/2 TL Thymian
  • 75 ml Rotwein
  • 1 TL Honig

Weiterlesen

Original Rheinischer Sauerbraten vom Pferd

Eine neue Zutat hatte gestern Premiere: Pferdefleisch. Das hatte ich bisher noch nie in der Küche verwendet und auch noch nie gegessen. Ich hätte bis vor kurzem auch gar nicht gewusst, wo ich es kaufen könnte. Aber seit einiger Zeit hat der hiesige Toom es im Sortiment und so beschloss ich, einen Versuch zu wagen. Das Ergebnis war recht überzeugend. Das Fleisch war sehr zart und mürbe. Der Geschmack war anders als bei Rind. Ich weiß nicht so recht, wie ich das beschreiben soll. Und der Braten war auch ausgesprochen mager. Pferdefleisch enthält wohl weniger Fett als Rind. Da muss man aufpassen, dass einem das ganze nicht zu trocken gerät. Die Garzeiten von Pferdefleisch sind etwas kürzer als bei Rindfleisch. Nach knapp 1 1/2 Stunden war das Fleisch bereits wunderbar zart. Bei Rinderbraten sind 90 Minuten eher die Untergrenze.

Ich weiß gar nicht, wieso Pferd hierzulande so selten im Angebot ist. Okay, da gab es mal das päpstliche Pferdefleischverbot, aber das ist ja nun doch schon eine ganze Weile her und dürfte heute eigentlich niemanden mehr beeindrucken.

Rheinischer Sauerbraten vom Pferd

Zutaten
  • 600 g Schmorbraten vom Pferd
  • 1 Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 250 ml trockener Rotwein
  • 70 ml Rotweinessig
  • Salz
  • 2 Gewürznelken
  • 5  Wacholderbeeren
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1/2 TL Koriander, gemahlen
  • 1 TL Majoran
  • 1 kleiner Rosmarinzweig
  • 1 EL Butterschmalz
  • 75 g Rosinen
  • 30 g Korinthen
  • 75 g Rheinisches Vollkornbrot oder Pumpernickel
  • 1 Esslöffel Zuckerrübensirup

Weiterlesen

Stübenwasen ist einen Notschrei wert

Wenn eine eine Wanderung tut … 

Sie ist zwar schon eine Weile her (wir waren nämlich am Tag der Deutschen Einheit im ersten Schnee unterwegs), aber sie ist halt einer der Klassiker für Couchpotatoes, die einen kleinen Ausflug in den Schwarzwald machen wollen. Für unmotorisierte Zeitgenossen wie uns fährt alle Stunde ein Zug (Höllentalbahn) nach Bärental, dann gehts mit dem Bus weiter zum Feldberger Hof, am Fuße des Feldberggipfels.

Wenn es gerade nicht schneit oder sonstwie bewölkt ist, hat man oben, südlich des Feldbergturmes, einen wunderbaren Blick in die Alpen. Falls es schneit, kann man in regelmäßigen Abständen (so ca. alle 5 km) gemütlich einkehren: In der Todtnauer Hütte, im Berggasthof Stübenwasen und schließlich im Notschrei-Hotel. Weiß die Geier-Walli, wieso der Notschrei Notschrei heißt. Es ist jedenfalls ein potenziell ruhiger Fleck ohne Geschrei, einfach nur ein geografischer Punkt.

Stübenwasen hatten wir uns ausgesucht als Ort der Einkehr. Bei Tee, Schnitzel und Gemüseeintopf haben wir uns aufgewärmt. Die Todtnauer Hütte und Stübenwasen bieten beide ein rustikales Schwarzwaldambiente, mit zurückhaltend freundlicher Bedienung und einem Hauch von Familienbetrieb. Leider war das, was Stübenwasen zu bieten hatte, auch für einen Feiertag nicht feierlich. Das Schnitzel war versalzen, aber immerhin handgemacht und kein Formfleisch aus der Tiefkühltruhe. Der Gemüseeintopf kann mit Mühe und Not als Gemüsesuppe durchgehen: Brühwürfelsuppe mit Tiefkühlgemüse, Bockwurst und nicht ganz weich gegarten Spaghetti. Suppennudeln waren wohl aus. Dazu leider keine Scheibe Brot, weil die Bedienung schon am nächsten Tisch wieder vergessen hatte, was man ihr gerade aufgetragen hatte. Als sie die Rechnung brachte, fiel ihr das Brot ein. Zu spät … so sagte schon Schiller. Wenn die Recken der Badischen Revolution auf Stübenwasen einkehrten, bevor sie über Notschrei gen Freiburg marschierten (wo sie noch weit vor der Stadt gemetzelt wurden), ist klar, wieso sie bei solch dürftiger Kost keinen Mumm in den Knochen hatten.

Schade. Vielleicht hatten wir nur einen schlechten Tag erwischt (wir werden es wieder probieren, allein wegen der strategisch günstigen Lage des Gasthofs). Der Kaffee war jedenfalls gut, der Kuchen sah gut aus, aber wir waren erstmal bedient. Mehr Infos unter https://www.berggasthof-stuebenwasen.de/


Größere Kartenansicht

Stübenwasen ist einen Notschrei wert

Martina 7:49