Risotto verde mit Spinat, Brennesseln und Kräutern

Bislang habe ich mich nicht gewagt, frische Brennesseln zu verarbeiten. Es ist ja auch nicht leicht, in der Stadt Brennesseln zu bekommen, die nicht an der Straße stehen oder zu einem viel frequentierten Hundeklo gehören. Gestern, als ich so durch den Stadtteil unterwegs war, sah ich ganz junge Brennessel am Rand eines Bachs stehen, der durch den Stadtteil fließt. Sauber sah er aus, weil es die letzten Tage heftig geregnet hat, ganz so, als hätte noch kein Hund Gelegenheit gehabt, auch nur dran zu denken … Also habe ich beherzt zwei Hände voll abgezupft und auf dem Weg nachhause in mich hineingeredet, wie angenehm doch dieses Prickeln in den Fingern sei … au, au, au, so jung und schon so bissig! Man kann sie zwar durch beherztes Zupacken gut „entschärfen“, aber manchmal greift man eben doch daneben.

Zusammen mit Spinat, Basilikum, Petersilie und in meinem Fall etwas Oregano ergibt sich eine  knallgrüne Kräuterpaste, deren Farbe auch kaum verkocht und das Risotto zu einem absoluten Hingucker macht. Und geschmeckt hat es mir auch …

Für alle, denen ein Risotto alleine zu wenig ist: Ich könnte mir gekochte Eier (wachsweich) oder gebratene Geflügelleber dazu sehr gut vorstellen.

Die Zutaten
  • 200 g frischer Spinat
  • 2 Handvoll junge Brennesselblätter
  • 6 Basilikumblätter
  • 6 Petersilienstängel
  • 2 Zweige Oregano
  • 2 bis 3 Schalotten
  • 2 l Gemüsebrühe (Instant)
  • 100 ml Sahne
  • 100 ml Weißwein
  • 50 g Butter
  • 300 g Risottoreis
  • 100 g Parmesan, gerieben

Weiterlesen

Verfälschte Zucchini-Risotto-Fälschung

Was tun, wenn man später als geplant von einem Termin zurückkommt und feststellen muss, dass man sich noch keinerlei Gedanken ums Essen gemacht hat? Ein Fall für Pasta rapida? Aber ich hatte keine Lust auf Nudeln. Einkaufen wollte ich natürlich auch nicht mehr. Also musste es etwas sein, das mit den vorhandenen Vorräten herstellbar war. Lotta-Martinas Tipp mit dem Zucchini-Risotto fiel dann auf fruchtbaren Boden. Ein bisschen skeptisch war ich zunächst schon, denn auch ich war der Meinung, dass Zucchini keine allzu gute (Geschmacks-)figur im Risotto abgeben würden.

Weiterlesen

Ein laotisches Essen für vier

Gäste! Noch dazu solche, deren Essgewohnheiten und Zugang zu asiatischem Essen wir nicht kennen. Trotzdem, da wir von unserer inzwischen schon länger zurückliegenden Reise berichten wollen (wo es auch einen vorderasiatischen Teil kulinarisch zu illustrieren gäbe), beschließe ich, einigermaßen authentisch laotisch zu kochen (die Schärfe habe ich vorsichtshalber an Alete-Hipp-Niveau angepasst, und das war sehr gut so). Ich verwende ausschließlich Grundrezepte von Manivan Larprom und gehe nach der Regel: pro Person ein Gericht. Da es in Laos keine Menüfolge gibt, sondern alles gleichzeitig serviert wird, ist das Timing kein großes Problem. Bis auf die Suppe müssen die Gerichte nicht kochendheiß serviert werden und lassen sich gut vorbereiten, man stellt alles fertig auf den Tisch und die Köchin kann in aller Ruhe mit den Gästen zusammen das Essen genießen. Die von mir geplanten Speisen:

dazu als Beilage

außerdem eine

und als Nachspeise

Klingt ambitioniert. Manches ist aber ganz schnell gemacht. Das gebratenen Gemüse zum Beispiel hat man in 10 Minuten fertig, auch die Nachspeise. Suppe und Salat machen etwas mehr Arbeit, das Beef Jerky muss man am Vortag vorbereiten, weil die Fleischstreifen erst getrocknet werden müssen. Das Endergebnis lohnt aber jede Minute Arbeit.

Asia-Dessert: Klebreis mit Mango

Ein sehr einfaches, aber auch sehr, sehr leckeres Rezept! Wenn man richtig schön reife Mangos hat, ist das optimal. Ich bringe das gerne mal mit, wenn wir zu einem asiatischen Essen eingeladen sind. Dazu bastele ich dann kleine Päckchen aus Bananenblättern, die man nur noch auf den Dessertteller legen muss.

Im unteren Rezeptteil findet sich das Video von Manivan, die dieses Rezept formvollendet zubereitet.

Zutaten
  • 1 Tasse ungesüßte Kokosmilch
  • 1/4 bis 1/2 Tasse Zucker (ich nehme gerne den nicht ganz so süßen Rohrzucker oder Palmzucker)
  • 3 Tassen gekochter Klebreis
  • 1 reife Mango

Weiterlesen

Klassisches Nasi goreng

Na, Sie goreng? Nein, das ist eigentlich keine ernste Frage. Nasi goreng bedeutet, aus dem Indonesischen übersetzt, „gebratener Reis“ (nasi ist Reis). Vor über 20 Jahren lernte ich nicht nur einige Teile Indonesiens kennen, sondern auch die Küche dort schätzen. Ein Warung, eine Art Imbissbude, hat neben diversen Suppen immer auch Nasi Goreng im Angebot. Naja, fast immer. Der Warung „Ernita“ in Makale/Sulawesi bescherte mir nicht nur einen hartnäckigen Durchfall (und Feldversuche haben es erwiesen: es war das Essen dort), sondern auch das schmackhafteste Nasi Goreng einer fast dreimonatigen Reise. Hätten mich die Bakterien oder Amöben oder was auch immer in Ernitas Essen nicht fast gekillt, es wäre der beste Warung überhaupt gewesen. Aber wollen wir mal nicht nachtragend sein. Ernita ist heutzutage wahrscheinlich eine „alte“ Frau und der Warung ein Andenkenstand. Kurz nach uns kamen die Neckermänner. Für irgendwen leistet man als Backpacker immer Pionierarbeit.

Hier nun ein Foto vom kläglichen Rest einer riesen Pfanne hausgemachtes Nasi Goreng. Das ist so lecker, dass es nicht lange genug auf dem Teller bleibt, dass man es fotografieren könnte. Keine Verschlusszeit ist dafür kurz genug. 😉

Zutaten für 4 Personen (untuk 4 orang)
  • 1 l gekochter Reis (bitteschön, Duftreis darf es schon sein! Wer Uncle Ben oder Reis-fit nimmt, ist selbst schuld!)
  • 2 Eier
  • dunkle Sojasoße, Pfeffer
  • 1 Packung Tiefkühlgarnelen (die Hälfte davon schüttet man auf den Fußboden aus und füttert schließlich die Katzen damit)
  • 1 Schweineschnitzel (für orang muslim: Rindersteak)
  • 1 TL Trasi (Garnelenpaste; legitimer Nachfolger von Garum)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 mittlere Zwiebeln
  • 6 Frühlingszwiebeln
  • 1 Salatgurke
  • Röstzwiebeln
  • Öl zum Braten
  • 2 EL helle Sojasoße (oder mehr)
  • Sambal Oelek (spricht sich ulek … merkt’s euch!)

optional:

  • 1 Tomate
  • 1 grüne Paprikaschote

Weiterlesen

Steinpilzrisotto mit gebratener Entenleber

Und noch einmal ein Risotto. Aber mit einer völlig anderen Geschmacksrichtung als am Freitag. Mit den Steinpilzen und der Leber geht das so ein bisschen in die Richtung der Fettuccine alla Romana. Hier kommt allerdings das Aroma der Steinpilze noch etwas besser zur Geltung. Wie meistens, so habe ich auch diesesmal getrocknete nehmen müssen. Die werden dann erstmal eine halbe Stunde in heißem Wasser eingeweicht und kommen dann direkt in das Risotto – ohne anbraten. Alles in allem ein schönes Rezept und die Kombination Steinpilze und Leber passt sehr gut zusammen. Der Weißwein darf ruhig kräftig im Geschmack sein und eine ausgeprägte Säure mitbringen.

Zutaten
  • 5 EL Olivenöl
  • 1 EL Butter
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Schalotte
  • 1 Zweig Thymian
  • 150 g Risottoreis
  • 125 ml Weißwein
  • 20 ml Cognac
  • 350 ml Hühnerbrühe
  • 100 g frische Steinpilze (oder 10 g getrocknete)
  • 2 EL Olivenöl
  • 20 g Parmesan
  • 1 EL süße Sahne
  • 150 g Entenleber
  • 2 EL Butter
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Zweige Rosmarin
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL gehackte glatte Petersilie

Weiterlesen

Klebreis auf die traditionelle Weise zubereitet

Klebreis ist schnell und einfach gemacht. Die laotische Hausfrau weicht ihn abends ein und kocht ihn beim ersten Hahnenschrei. Trick dabei ist der traditionelle Dämpftopf. Den bekommt man mittlerweile in jedem gut sortierten Asia-Laden (oder man fragt nach) oder in Internetshops für ca. 15 Euro.

Den Reis wäscht man ein paar mal in kaltem Wasser durch und lässt ihn dann mit Wasser bedeckt mindestens 4 Stunden stehen. Das Volumen, dass in dieser Zeit dazukommt, entspricht ungefähr dem Endvolumen, man bekommt also nicht ganz die anderthalbfache Menge Reis, dafür macht er pappsatt. In den Topf gibt man 6 bis 7 cm hoch Wasser und bringt es zum Kochen. Dann den eingeweichten Reis in das Bambussieb geben und abgedeckt ca. 20 Minuten dämpfen. Deckel abnehmen, Bambussieb etwas zusammendrücken, um den Reis vom Rand zu lösen und mit Schwung den Reis wenden (ich brauche manchmal ewig dafür, eine laotische Hausfrau macht das mit einem Wurf), ohne Deckel 5 bis 10 Minuten weiterdämpfen. Mit einem Löffel auflockern, damit mal überall Luft drankommt und dann am besten in einen Bambuskorb geben. Dort bleibt der Reis feucht und warm.

Kalter, angetrockneter Reis lässt sich im Bambuskocher tags drauf übrigens beinahe ohne Qualitätsverlust wieder aufwärmen.

Gegessen wird Klebreis üblicherweise mit den Händen, wo er weit weniger hängen bleibt, als man annimmt. Man formt kleine Bällchen aus ihm, die man in Soßen tunkt oder mit etwas Beilage (Laap zum Beispiel) in den Mund schiebt.

Thailändischer gebratener Reis – Jürgens Version

Wenn’s mal wieder schnell gehen soll (oder muss), sind Wok-Rezepte meistens eine gute Wahl. Dazu kommt, dass man die Zutaten prima variieren und experimentieren kann. Das habe ich gestern mal mit dem Rezept für den thailändischen gebratenen Reis gemacht. An Gemüse kam rein, was gerade da war. Und um dem Ganzen eine pikante Note zu geben, habe ich noch Chilisoße und Limonensaft dazugegeben. Ach ja, um Zeit zu sparen, habe ich diesesmal keine gebratenen Eierstreifen dazu gemacht, sondern zwei Eier verquirlt, ganz zum Schluss unter den Reis gemischt und dann stocken lassen. Wobei ich zugeben muss, dass das im Ergebnis nicht so gut war, wie die Eierstreifen. Beim nächsten Mal werde ich die wieder machen.

Zutaten
  • 250 g gekochter Jasminreis
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100 g Zuckerschoten
  • 100 g grüne Bohnen
  • 100 g Karotten
  • 1 – 2 Tomaten
  • 1 haselnussgroßes Stück Ingwer
  • 2 EL Öl
  • 2 EL Austernsoße
  • 3 EL Sojasoße
  • 2 EL süße Chilisoße
  • 2 Eier
  • ½ Bund Thai-Basilikum
  • 1 Limone

Weiterlesen

Indischer Safranreis (mild und auch gut für Kinder geeignet)

mipi von Man kann’s essen macht zu seinen indischen Gerichten gerne würzigen Reis und Minz-Joghurtsoße. Ich mache zu indischen Gerichten gerne Safranreis, der zwar raffiniert gewürzt ist, aber keine Schärfe enthält und eine leicht süße Note und einen feinen Buttergeschmack hat. Meine Standard-Joghurtsoße dagegen, das Joghurt-Raita, gehört eher in die pikante Kategorie.

Gerade wenn man für Kinder kocht, muss man ja mit dem Schlimmsten rechnen. Sie sind oft zickiger als der sprichwörtliche Bauer; was sie nicht kennen, wollen sie auch nicht probieren. Wenn man also mit einem liebevoll gekochten Curry grandios an der „ess‘ ich nicht“-Front scheitert, kriegt man vielleicht etwas von dem Reis mit einfachem, weißem Joghurt in sie rein. Oder auch nur so, ohne Joghurt. Oder auch nur Joghurt, vielleicht Erdbeerjoghurt. Oder Fruchtzwerge. *seufz*

Zutaten für 4 Portionen
  • 2 Tassen Basmatireis
  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zimtstange
  • 2 Gewürznelken, ganz
  • 3 Kapseln Kardamom, ganz (grüner Kardamom macht den Reis noch süßlicher, brauner würziger)
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 Prise Safranfäden
  • 2 EL Milch
  • ca. 3 Tassen heißes, gesalzenes Wasser

Weiterlesen

Spanien : Russland – Paella Valenciana : Boeuf Stroganow

Alternatives EM-LogoOlé!

Wer denkt bei spanischer Küche nicht zuerst an Paella? Wobei es nicht das Paella-Rezept gibt sondern zahlreiche Variationen. Jede Region hat eine abweichende Variante. Ursprünglich stammt die Paella wohl aus der Region Valencia. Und damit tritt Spanien heute an.

Auf russischer Seite tritt was besonders Feines an: Boeuf Stroganow. Die Herkunft dieses Gerichts ist ungeklärt. Benannt ist es jedenfalls nach der russischen Adelsfamilie Stroganow. Möglicherweise wurde es Ende des 19. Jahrhunderts in Sankt Petersburg erfunden, für einen Kochwettbewerb bei dem es als Sieger hervorgegangen sein soll. Ob der russischen Mannschaft heute gleiches gelingt?

Weiterlesen

Spanien : Russland – Paella Valenciana : Boeuf Stroganow

Jürgen 13:00