Traumhafter Seeblick & lecker Essen: Terrassen am See in Berlin-Tegelort

Letztens war ich mal wieder in Berlin. Eingeladen zu einer runden Geburtstagsfeier verschlug es mich in eine Gegend Berlins, die ich noch nicht kannte: den Stadtteil Konradshöhe. Er liegt direkt an der Havel und ist etwas abseits vom Schuss (in Sichtweite unserer Unterkunft lag die ehemalige Zonengrenze, pardon ich meine „Staatsgrenze West“ der „DDR“). Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist jetzt nicht unbedingt das, was man in Berlin gewohnt ist und vom anderen Havel-Ufer erreicht man Konradshöhe entweder auf weiten Umwegen über zwei Brücken oder eine Fähre. Die ist eine gute Wahl, stellt aber schon um 20 Uhr ihren Dienst ein. Macht nichts, wenn man zum Feiern nach Konradshöhe kommt, kommt es auf solche Kleinigkeiten nicht an. 😉

Da es am Abend vor der Feier noch angenehm warm war, beschlossen wir zum Abendessen in eine etwas weiter entfernte Gaststätte zu gehen – zu den „Terrassen am See“ im nahegelegenen Tegelort. Natürlich war das kein Blindflug, sondern eine zuvor von unseren Gastgebern getestete Lokation. Und so wurden wir auch nicht enttäuscht. Nach einem etwas längeren Fußweg an der Havel entlang kamen wir recht spät an, es war schon kurz nach 19 Uhr und eigentlich machen sie schon um 21 Uhr zu. An dem Tag allerdings nicht, da wir doch eine ziemlich große Gruppe waren. Das fiel übrigens sofort auf: Der Laden war ziemlich leer.  Da wir reserviert hatten, bekamen wir sehr schöne Plätze direkt am See mit Blick auf die Inseln im Tegeler See. Die Lage ist wirklich ein absoluter Traum (leider ist mein einziges Bild mit Blick von der Terrasse völlig verwackelt, aber auf der Facebook-Seite des Lokals gibt es noch ein paar Bilder, die einen kleinen Vorgeschmack geben) [edit Martina 18.07.2013: Ich habe heute Fotos gemacht, die ich mal unten anhänge!] .

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Die Erreichbarkeit ist allerdings schon etwas eingeschränkt: Mit dem eigenen Boot (es gibt einige Anlegeplätze direkt an den Terrassen) oder per Fahrrad geht es noch am besten.

Der Service war dann recht schnell zur Stelle und die Getränke kamen auch einigermaßen zügig. Zeit genug, um aus der Speisekarte auszuwählen. Die war mäßig umfangreich, was mich immer hoffnungsfroh stimmt, dass viel Selbstgemachtes und wenig Convenience-Kram auf den Tisch kommt. Und so war es auch.

Foto: Vorspeisenteller für zwei Personen

Vorspeisenteller für zwei Personen

Ich teilte mir mit zwei weiteren hungrigen Mäulern eine Vorspeisenplatte für zwei Personen. Das war schon mal eine gute Entscheidung. Denn diese Vorspeisenplatte ist nicht nur ausgesprochen lecker, sondern für 2 auch eher zuviel, zumindest wenn man noch einen Hauptgang essen möchte. Ach ja, die Betreiber kommen wohl aus der Mongolei und die Vorspeisen stammen zumindest zum Teil wohl aus der dortigen Küche: ein Mus, das an Humus erinnert (die mittlere Kugel links), eine Spinat-Frischkäse-Masse (mittlere Kugel unten), eine sehr schöne Möhren-Orangen-Creme (unten rechts), eine scharfe Masse aus Tomate, Paprika, Chili und Gewürzen (ist jetzt geraten, 😉 – im Bild unten links) und eine Art Tsatziki (in den Glasschälchen) – das für meinen Geschmack noch etwas Salz vertrug. Dazu gab es Fladenbrot und Baguette. Alles sehr lecker und ein schöner Auftakt.

Foto: Hamburger mit Pommes im Restaurang "Terrassen am See"

Hamburger mit Pommes im Restaurang „Terrassen am See“

Als Hauptgang hatte ich einen Hamburger mit Barbeque-Soße und Pomme Frites. Der war auch recht ordentlich – wenn man von dem blöden Fertig-Brötchen absieht, das schon beim ersten Bissen zerbröselte. Auch die übrigen Gerichte waren wohl recht gut: Es gab diverse Nudelgerichte, und Salate – alles sehr frisch und gut gemacht. Schweinebraten und Schnitzel mit Champignon-Rahmsoße und Pommes. Wohl bis auf die Pommes alles selbst gemacht. Leider war das Schnitzel aus der Friteuse, was aber der einzige Makel bei den ganzen Gerichten blieb.

Der Service war freundlich und bemüht. Kam aber, obwohl mit drei Personen gut besetzt und die Plätze auf der Seeterrasse mehr als zur Hälfte frei waren (auch die übrigen Bereiche des Restaurant – Außenplätze am Haus und die Plätze drinnen litten eher nicht unter Gästeansturm), stellenweise schon an die Grenze zur Überforderung.

Die Preise sind für Berliner Verhältnisse eher gehoben. Wer Frankfurter Preise gewohnt ist, merkt das dagegen nicht: Schnitzel für knapp 11 €, Vorspeisenteller für zwei Personen für gut 12 €, der Hamburger für 6,90 € und 0,5 liter Berliner Kindel für 3,20 € empfinde ich eher als moderat. Wer allerdings in Berlin lebt, arbeitet und dort sein Geld verdient sieht das durchaus anders. Möglicherweise ist dies – neben der schlechten Erreichbarkeit – ein Grund dafür, dass es dort nicht gerade voll war (was nach Aussagen unserer Tester auch bei den Probeessen nicht viel besser war).

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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Ein Kommentar zu “Traumhafter Seeblick & lecker Essen: Terrassen am See in Berlin-Tegelort

  1. sieht gut aus und ist preisgünstig. Komme aus der Schweiz kostet alles dreimal so viel. Ich koche auch gerne und habe ein eigene Catering Unternehmen. Lasse mich immer wieder gerne inspirieren.

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Traumhafter Seeblick & lecker Essen: Terrassen am See in Berlin-Tegelort

Jürgen 16:01