1880 Club Restaurant Bar – versteckte Perle in Frankfurt

Bei Vereinslokalen von Sportvereinen denkt man wohl meistens an einfache Kneipen, wo große Schnitzel, Spaghetti Bolognese und der unvermeidliche Salat mit Putenbruststreifen serviert werden. Aber es geht auch anders, wie man am Beispiel des Sport-Club »Frankfurt 1880« e.V. sehen kann. Dessen Vereinslokal wird von Herkert Service & Event betrieben. Und deren Konzept ist stimmig. Natürlich trägt auch das angenehme Ambiente einen guten Teil dazu bei, dass man sich dort wohl fühlt. Bei schönem Wetter sitzt man am besten auf der Außenterrasse mit Blick auf den Sportplatz. Da die Terrasse vollständig mit einem Sonnenschutz überspannt ist, ist es dort auch bei praller Sonne angenehm und auch einen kleinen Schauer kann man ohne weiteres aussitzen. Die Tische stehen mit ausreichend Abstand, so dass kein Engegefühl aufkommt. Ähnlich ist es auch im Innenraum, wo sich auch die Bar befindet.

Die Speisekarte ist angenehm übersichtlich und doch abwechslungsreich. Vegetarier kommen ebenso auf ihre Kosten, wie Fleischliebhaber. Von der der Standardkarte wählten wir Rindersolber mit grüner Soße und Salzkartoffeln. Das war zwar gut gemacht, aber diese Art Fleisch ist nicht mein Fall. Mein Wahl fiel auf „Rigate con Chile mit Tomaten und Ziegenkäse“ (sollte eigentlich „con Chili“ heißen, aber mit der Rechtschreibung haben sie es dort nicht so). Die waren sehr lecker und für 8,50 € preislich okay. Gut auch die“Poulardenbrust auf Tandoori- Papayarisotto“, wobei der Testesser die Portion als zu klein bemängelte. Hauptgericht Nr. 4 war schließich ein Flammekuchen mit Ruccola und Lachs. Mein Fall wäre das nicht so, aber der Testerin hat’s geschmeckt. Interessant auch das Dessert: „warmer Ziegenkäse im Strudelteig mit Thymian-Honig“ 6,90 €. War auch geschmacklich wie optisch sehr gelungen und die Portion war so üppig, dass man das besser nur zu zweit bestellt.

Neben dieser Standardkarte gibt es eine wechselnde Tageskarte mit einem 3-Gänge-Menü (zu 18,90 €) und weiteren Vorspeisen und Hauptgerichten. Pizza sucht man vergeblich auf der Karte – gut so! Stattdessen   gibt es aber noch weitere Variationen von Flammekuchen. Der scheint zur Zeit irgendwie in Mode zu sein, denn ich entdecke ihn immer öfters auf Speisekarten.

Alles in allem kann man sagen die Portionen sind angemessen, wenn auch nicht unbedingt für den großen Hunger ausreichend. Die Preise sind für ein Vereinslokal eher gehoben. Es fängt an mit Grüner Soße mit 4 halben Eiern und Salzkartoffeln zu 5,50 € – auch wenn es unter den Vorspeisen notierte, würde ich das eher als Hauptgang nehmen. Eher teuer die Spaghetti Bolongnese für  8,50 €, preislich okay das Schnitzel mit Bratkartoffeln und Salat für 10,90 €. Aber angesichts der gebotenen Qualität ist das in Ordnung (zumal man sogar Stoffservietten geboten bekommt ;-)), so dass man das Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus als sehr gut bezeichnen kann. Auch der Service hat gestimmt: freundlich, schnell, aufmerksam aber unaufdringlich – so wie es halt sein sollte.

Das ist durchaus eine Empfehlung wert. Zu erreichen ist das Lokal sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln (U-Bahn Linie U5 oder Bus Linie 32, Haltestelle jeweils „Deutsche Nationalbibliothek“, von dort 3 Gehminuten). Mit dem Auto ist es auch unproblematisch, weil reichlich Parkplätze vorhanden sind. Vor dem ersten Besuch empfiehlt sich ein Blick auf die Karte, da das Lokal auf dem Sportplatz liegt und nicht direkt an einer Straße. Die Einfahrt ist auch nicht direkt von der Adickesallee aus möglich sondern nur von der Eckenheimer Landstraße – aus nördlicher Richtung kommend biegt man rechts in die Malapertstraße ab und dann nach links in die Feldgerichtstraße. An deren Ende ist dann rechts die Einfahrt zum Sportplatz.

1880 Club Restaurant Bar

Feldgerichtstraße 29
60320 Frankfurt/Main
club@herkert-1880.de
www.herkert-1880.de

Öffnungszeiten:
Di. – Sa. 12:00 – 24:00 Uhr
So. 11:00 – 23:00 Uhr
Mo: Ab Mai 15:00 Uhr bis 20 :00 Uhr (nur Barbetrieb!)
Sonderöffnungszeiten an Spieltagen

Für Reservierung:
Telefon 0 69 / 55 35 65
Fax 0 69 / 59 67 34 37

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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0 Kommentare zu “1880 Club Restaurant Bar – versteckte Perle in Frankfurt

  1. Wir haben in dem Gebäude früher die Mädchen-Umkleide für den Sommerschulsport gehabt, deswegen musste ich etwas stutzen. Mein Geruchsgedächtnis tendiert in Richtung Fußschweiß und Turnschuhgummi und auf der 100 m Bahn direkt vor dem Haus hab ich oft genug alt ausgesehen. Jetzt wirkt das Gebäude ganz anders auf mich und überhaupt, ich habe es ja nie abends gesehen. Sehr, sehr spannend. Wenn ich noch 100 Jahre lebe und dazu komme, in Frankfurt ein paar Lokale abzuklappern, wird das mit dazu gehören.

  2. Pingback: Vereinslokal Jahnvolk – das andere Ende der Skala - Lotta - kochende Leidenschaft

  3. Huh, beim letzten Besuch hat die Küche geschwächelt. Die Bratkartoffeln waren wohl etwas zu lange in der Pfanne gewesen: die Zwiebeln hatten teilweise schon eine schwarze Färbung angenommen. Blöderweise lagen sie so unter dem Schnitzel, dass ich es nicht gleich bemerkt habe. Hm, ob der Koch sein Missgeschick vertuschen wollte? Gesehen haben muss er es beim Anrichten. Ich hoffe das war ein einmaliger Ausrutscher.

  4. Okay, es war wohl wirklich nur ein Ausrutscher. Gestern war wieder alles im grünen Bereich. Auch der Service war wieder sehr gut (der hatte das letzte Mal auch geschwächelt).

  5. Hm, die Bratkartoffeln scheinen wohl nicht zu den stärken der Küche zu gehören. Gestern waren sie wieder bescheiden: Zu fettig, nicht knusprig, aber immerhin nicht verbrannt, wie letztes Jahr im Juli – im Gegenteil, sie waren diesmal zu kurz in der Pfanne und überwiegend nur leicht gebräunt. Auch der Wurstsalat gefiel mir nicht: Schlecht gewürzt und es muss was drin gewesen sein, das mich noch stundenlang aufstoßen ließ. Das kenne ich nur von irgendwelchen Fertiggewürzmischungen oder Knoblauchgranulat. Auch der Service war diesesmal unterirdisch. Gleich bei der Getränkebesetellung kam ein falsches Getränk „Spritz“ statt „Spezi“. Okay, kann passieren. Aber das ein Glas Wein mit erheblicher Menge Weinstein serviert wird und auf die Reklamation ein lapidares „Das ist das Depot“ und sonst nix kam, war enttäuschend. Das jemand noch ein Dessert haben wollte („ich muss mal in der Küche fragen, was es heute gibt ) wurde vergessen und erst nach Erinnerung kam immerhin ein entschuldigendes „mein Fehler“. Und auch auf das Bezahlen mussten wir lange warten.

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Jürgen 11:36