Ich geh ins Exil … zum Essen

Nein, nein, ich will nicht auswandern oder die Stadt verlassen. „Exil“ ist der Name eines kleinen Lokals im Frankfurter Nordend. Es ist etwas unscheinbar und liegt in einer kleinen Seitenstraße., direkt neben der Friedberger Landstraße, kurz vorm Hessendenkmal. Laufkundschaft ist in dieser Lage eher nicht zu erwarten. Da muss also schon was geboten werden, damit der Laden voll wird. Voll wurde er im Laufe des Abends tatsächlich. Für meinen Geschmack etwas zu voll. Denn die Tische sind doch arg eng gestellt.  Nicht nur, dass man so unfreiwillig die Konversation an den Nachbartischen mitbekommt. Man wird auch schon mal angerempelt, wenn am Nebentisch jemand den Stühl abrückt um sich zu setzen oder aufzustehen – rund 50 Plätze sind einfach zuviel für diesen Grundriss. Abgesehen davon sitzt man aber in nettem Ambiente. Zusätzlich gibt es noch einige Sitzplätze im Garten, aber dafür war das Wetter an diesem Tag beim besten Willen nicht geeignet.

Der Service war schnell mit der Karte zur Hand. Nein, mit den Karten, denn neben einer Standardkarte gab es noch eine kleine Abendkarte. Beide zusammen sorgten für eine reichhaltige und abwechslungsreiche Auswahl an Gerichten. Saisonale Produkte werden offenbar gerne mit eingebunden. So gab es zum Beispiel einige Spargelgerichte auf der Karte. Die Spanne der Gerichte reicht von einfachen „Penne all‘ arrabbiata“ über „Thailändische Rote Currysuppe mit Garnelen“,  „Spanferkelrücken auf Majoran-Senfsauce mit Serviettenknödel und Rahmkraut“,  bis zum „Rehrückenmedaillons auf Hagebuttensauce mit Spätzle und Mandel-Broccoli“. Sehr gut gefallen hat mir, dass es die Suppen meistens auch als kleine Portion gab. Das machte es mir leichter die „Exil Fischsuppe“ als Vorspeise zu wählen. Eine gute Entscheidung, denn diese Suppe mit Edelfischen und Krustentieren ist ausgesprochen lecker. Als Hauptgang wählte ich das Kalbsgeschnetzelte mit Spargel, Spätzle und einem Beilagensalat. Auch hier stimmte einfach alles. Der Salat war knackig, frisch und kam mit einer schönen Vinaigrette. Das Fleisch war wunderbar zart und eine ausgesprochen leckere Soße rundete das Gericht ab. Für ein Dessert war danach dann kein Platz mehr. Aber das konnte ich verschmerzen, denn weder die Crème Brûlée noch die Panna Cotta (die es beide ebenfalls als kleine Portion gab) gehören zu meinen Lieblingsdesserts und der Apfelpfannkuchen schien mir zuviel des Guten – zumal es den nicht als kleine Portion gab.

Die Preise sind eher gehoben, einige sogar üppig zu nennen – wie die 9,50 € für die Penne all‘ arrabbiata. Angesichts der gebotenen Qualität aber noch akzeptabel. Küche und Service arbeiteten schnell, routiniert und zuverlässig. Nur bei Bezahlen gab es dann eine Panne. Da  nicht genug Geld in der Kasse war, mussten wir fast 10 Minuten auf das Wechselgeld warten  – sowas finde ich schon ein bisschen ärgerlich.

Alles in allem ein empfehlenswertes Restaurant.  Ach ja, man sollte unbedingt  reservieren, vor allem wenn man erst etwas später hingehen will!

Restaurant Exil
Beate Hüller und Frank Küppers
Mercatorstraße 26
60316 Frankfurt am Main

Telefon: (069) 44 72 00
Telefax: (069) 48 98 18 88

Öffnungszeiten: Täglich außer Montags ab 18:00 Uhr.

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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Jürgen 10:50