1a Bavaria in Frankfurt – 4 minus statt 1a

Glück mit dem Wetter, Pech mit dem Lokal, durchwachsen der Film. Das ist das Fazit des – nicht wirklich gelungenen – gestrigen Abends. Vor dem Kinobesuch gehen wir oft noch eine Kleinigkeit essen. Unser gestriges Ziel hierfür war das „1a Bavaria“ gegenüber vom Eschenheimer Turm. Ein auf bayrisch gemachtes Lokal mit einer umfangreichen Karte voller bayrischer Gerichte. Nette Idee – denn sowas in der Art gibt es in der näheren Umgebung meines Wissens nicht – aber nicht nett umgesetzt.

Die allzu umfangreiche Karte weckte gleich Befürchtungen, ob das nicht zu Lasten der Qualität geht. Nun zunächst einmal ging es zu Lasten der Küche. Wir hatten zwei einfache Gerichte bestellt – Biersuppe und Brauerschinken mit Kartoffeldatschi (= Kartoffelpuffer, Reibekuchen) und Meerrettich -, also nichts was längerer Zubereitung bedurft hätte. Angesichts des nicht einmal halb vollen Lokals sollte es doch eigentlich recht schnell gehen und so hoffte ich in spätestens 15 Minuten meinen knurrenden Magen zufriedenzustellen. Aber die Zeit verran und das einzige was nach fast 40(!) Minuten kam, war eine Bedienung, die fragte ob alles recht sei oder wir noch was wünschten. „Nein danke. Wir warten auf unser Essen… dauert schon ziemlich lange…“. Irgendwie kam diese Antwort wohl nicht an. Zumindest ließ der nächste Satz darauf schließen: „Darf’s noch was zu trinken sein?“. „Nein“ (mit gereiztem Unterton – ich saß nämlich noch vor einem halb vollen Glas). Kommtarlos entschwand er wieder.

Immerhin: gut 5 Minuten später kam dann endlich das Essen. Schon der Anblick war nicht gerade verheißungsvoll (leider konnte ich kein Foto machen): die Kartoffeldatschi sahen zwar braun, aber leider auch fettglänzend aus. Und was um alles in der Welt sollte dieses mickrige Salatblatt mit dem Tomatenachtel? Ach ja, das war die „Dekoration“. Leute, schenkt euch das – wärmt das nächste Mal lieber die Teller vor!

So wie es aussah schmeckte es auch. Die Kartoffeldatschi – 3 Stück von der Größe eines Bierdeckels  und vergleichbarer Dicke- waren weich und labberig und trieften vor Fett, bäh! Ich habe auch den begründeten Verdacht, dass die nicht selbst gemacht waren, sondern von den einschlägigen Convenience-Lieferanten stammten (und falls sie doch selbst gemacht waren: umso schlimmer!). Der „1a Brauerschinken“ hatte seinen Namen wohl nicht so sehr wegen der Qualität (zu salzig und arg fest, so als würde er schon seit Tagen warm gehalten) als vielmehr von der Hausnummer des Lokals. Brauchbar hingegen der kleine Beilagensalat, aber der konnte das nun wirklich nicht rausreißen. Gut war wohl die Biersuppe. Ich habe sie nicht probiert und gebe hier nur eine Drittmeinung wieder ;-).

Fazit: nicht nur der Brauerschinken war recht gesalzen, auch die Preise sind es. 10,80 € für den Schinken und 3,40 € für eine Apfelsaftschorle (war wohl auch ein Fertigprodukt) sind üppig . Wenn dann die Qualität nicht stimmt oder ich gar noch mutmaßlichen Convenience-Müll vorgesetzt bekomme, gibt es nur eines: Daumen nach unten. Da muss ich kein zweites Mal hin.

Restaurant „1a Bavaria“

Bockenheimer Anlage 1a
60322 Frankfurt
Telefon (069) 95 50 73 90

Öffnungszeiten:

Mo-Fr. 11.00 bis 15:00 Uhr (warme Küche 11:00 bis 15:00 Uhr)
und 17:00 bis 24:00 Uhr (warme Küche 17:00 bis 23:00 Uhr)
Samstags 15.00 bis 24.00 Uhr (warme Küche 15:00 bis 23:00 Uhr)
Sonntags 11.00 bis 23.00 Uhr

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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Jürgen 9:21