Gefüllte Auberginen 3 – „Bluttat in der Küche“

Nein, hier geht es nicht um den neuesten Horrorthriller oder ein Remake von „Shining“. Es sollte eigentlich nur ein schnelles Mittagessen werden. Aber es kam anders: „Jetzt schnell noch den Basilikum hacken und den Käse reiben… und ab in den Ofen…“. Ich hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da durchfuhr mich ein leichter Schmerz im linken Zeigefinger. Man sollte beim Hantieren mit scharfen Messern doch immer voll konzentriert sein. Ich war es nicht und hatte in meiner Unachtsamkeit die Finger nicht richtig gehalten. Und statt „ab in den Ofen“ hieß es erstmal „ab in die Notfallaufnahme“. Denn ich hatte mir mit einem schnellen Schnitt nicht nur einen guten Teil des Nagels des linken Zeigefingers weggeschnitten, sondern auch noch ein kleines Stückchen Fingerkuppe – genug um es heftig bluten zu lassen.

Die Notfallaufnahme war um diese Uhrzeit gut besucht und ich fürchtete schon, dort längere Zeit im Warteraum verweilen zu müssen. Aber nein, blutende Wunden bringen Bonuspunkte und so wurde ich sofort an der Aufnahme von einer reizenden Krankenschwester abgeholt und zum Behandlungsraum geführt.

„War das ein stumpfes oder ein scharfes Messer“ fragte die behandelnde Ärztin.

„Ein scharfes natürlich, stumpfe Messer habe ich nicht.“ gab ich missmutig zur Antwort.

„Oh, meistens sind es ja stumpfe Messer. Die Wunden sind dann übler.“ war ihre Antwort. Was mich allerdings nicht so recht zu trösten vermochte.

Nach einem Fingerbad, einer Tetanusspritze und dem Anlegen eines Verbandes konnte ich dann den Weg nach Hause antreten, wo die fast fertigen Auberginen warteten. Ich brauchte jetzt „nur noch“ neuen Basilikum hacken und den Käse reiben und dann ging es wirklich ab in den Ofen. Das Ergebnis war lecker und dieses Gericht kommt sicher wieder mal auf den Tisch – vor allem wenn es mal wieder schnell gehen und wenig Arbeit machen soll. Beim nächsten Mal werde ich allerdings alle Mühe darauf verwenden, die Kollateralschäden deutlich zu verringern. 😉

Zutaten
  • 2 Auberginen (je ca. 300 g)
  • Salz
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 250 g frische Champignons
  • 200 g gekochter Schinken
  • 1 Pepperoni
  • Pfeffer
  • 1/2 Bund Basilikum
  • 1/2 Oregano, getrocknet
  • 1 EL glatte Petersilie
  • 75 g geriebenen Emmentaler
  • ggf. 1 Kettenhandschuh

Portionen: 2
Zubereitungszeit: 35 Minuten (ohne Behandlungszeit in der Notaufnahme)

Zubereitung

Die Auberginen waschen, abtrocknen, Stengelansätze entfernen und der Länge
nach halbieren. Das Fruchtfleisch herauslösen und  kleinschneiden. Die ausgehöhlten Hälften salzen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Auberginenhälften darin unter Wenden 5 Minuten braten. Herausnehmen und in eine geölte Auflaufform setzen.

Zwiebeln fein würfeln und im verbliebenen Öl hellgelb braten. Champignons putzen und in Scheiben schneiden, den Schinken grob würfeln. Beides mit dem kleingeschnittenen Auberginenfleisch in die
Pfanne geben. Unter Rühren 3 bis 4 Minuten dünsten. Pepperoni entkernen und in Ringe schneiden, Basilikum – ohne sich in die Finger zu schneiden (ggf. Kettenhandschuh verwenden ;-)) – in Streifen schneiden, Petersilie fein hacken. Die Kräuter und Pepperoni in die Pfanne geben, alles kurz durchschwenken und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In die Auberginenhälften füllen und  mit dem geriebenen Emmentaler bestreuen. Im Backofen bei 175 Grad ca. 15 bis 20 Minuten auf oberster Schiebe überbacken.

Dazu passt am besten Baguette oder Ciabattabrot.

Notiz

Ein oder zwei Knoblauchzehen dürfen, nach meinem Geschmack, beim nächsten Mal da gerne mit rein.

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
Print Friendly, PDF & Email

0 Kommentare zu “Gefüllte Auberginen 3 – „Bluttat in der Küche“

  1. … und das Blut brachte das richtige Aroma an die Auberginen. Gute Besserung, sagen wir in der Schweiz, oder dann halt Genesung, oder Besserung im Umgang mit scharfen Messern, für Dich beides.

  2. Herrje … warum machst du sowas? Aber scharfe Messer sind da wirklich das beste Werkzeug. Als ich mir letztens die Fingerkuppe mit der sehr scharfen Raspel anraspelte, wäre ich auch reif für eine Blutkonserve gewesen, aber innerhalb von 2 Tagen war das schon wieder sehr gut und sauber am Verheilen. Es geht halt nichts über gutes Handwerkszeug … sieh mal zu, dass du schön verheilst. Und so eine neue Fingerkuppe ist auch was Feines …

  3. @Houdini: Danke für die Besserungs-Wünsche. 🙂

    @Martina: ja, es geht doch nichts über gutes Werkzeug. Damit macht das Arbeiten, genauso wie das sich-verletzen, einfach mehr Spaß. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gefüllte Auberginen 3 – „Bluttat in der Küche“

Jürgen 9:43