Café-Restaurant „Zum fröhlichen Landmann“ – nicht immer fröhlich

Schnee in der Stadt mag ich ja mal überhaupt nicht. Glatte Wege und Straßen oder knöcheltiefer Schneematsch sind eher kein Vergnügen. Ganz anders ist das natürlich bei einem Sonntagsausflug in den Taunus. Da zaubern 30 bis 40 Zentimeter Pulverschnee aus einem sonst eher tristen, weil blätterlosen Wald, eine wunderbare Winterlandschaft.

Nachdem die letzten Jahre doch eher schneearm waren, mussten wir diesen Sonntag einfach für eine Wanderung durch den Schnee nutzen. Wer weiß wann sich so eine Gelegenheit mal wieder ergibt. Ziel des Ausfluges war der Rettershof bei Kelkheim. Zu dem Gutshof gehört das Café und Restaurant „Zum fröhlichen Landmann“. Von Königstein aus läuft man normalerweise eine gute dreiviertel Stunde dorthin. Aber angesichts der Schneemengen auf den Wegen, sank unsere Marschgeschwindigkeit doch deutlich und anstrengender war das Laufen obendrein. Entsprechend hungrig kamen wir am Ziel an. Das Lokal war gut besucht – klar, man erreicht es auch bequem mit dem Auto und muss nicht unbedingt weit laufen. Die Gaststube ist das, was man erwartet, wenn man den Namen der Gaststätte liest: einfach, rustikal, sauber.

verschneiter Wanderweg im Taunus

Schnell war ein Platz in der rustikalen Gaststube gefunden und ebenso schnell war die Bedienung zur Stelle. Die Karte passt auf eine A4-Seite und bietet für fast jeden Geschmack etwas. Selbst Vegetarier finden eine handvoll Gericht. Die Entscheidung war schnell getroffen: Hackbraten mit Spiegelei und Bratkartoffeln (9,10 €; den hätte ich auch beinahe genommen) und Wildschweingulasch mit Klößen aus eigener Jagd (13,90 €). Also das Wildschwein war aus eigener Jagd, nicht etwa die Klöße.

Hackbraten mit SpiegeleiAm Service kann man wirklich nichts aussetzen. Der war flott und aufmerksam. Die Küche arbeitete auch schnell und so kam das Essen zügig auf den Tisch. Das Wildschweingulasch sah gut aus und schmeckte auch so. Mit einer kräftigen Bratensoße und Klößen die durchaus an selbstgemachte erinnerten war das eine runde Sache. Der dazu gelieferte Beilagensalat war auch nicht schlecht, wobei mir das Sprossenzeugs darauf nicht unbedingt zusagte. Aber da das Dressing okay war, konnte man die Sprossen ertragen. Deutlich weniger erträglich war nach meinem Empfinden der Hackbraten. Schon der Anblick genügte, um mich von einer Geschmacksprobe Abstand nehmen zu lassen: Blass als wäre er höchstens kurz angebraten und dann in der Mikrowelle fertig gegart worden. Und auch der Geruch war nicht sehr verheißungsvoll.  Dazu gab es Bratkartoffeln, die offenbar etwas zu lange im Fett gelegen hatten – was man ihnen nicht nur ansah, sondern auch schmeckte. Ich war heilfroh, dass ich dieses Gericht nicht gewählt hatte!

Wildschweinragout mit KartoffelklößenDie Essenspreise sind ganz okay. Heftig dagegen die Preise für Nichtalkoholisches: 2,60 € für eine kleine Apfelsaftschorle (0,3l) sind doch eher jenseits der Schmerzgrenze. Alles in allem ein Ausflugslokal wo man hingehen kann. Man muss ja nicht unbedingt den Hackbraten wählen.

Landgaststätte „Zum fröhlichen Landmann“

Rettershof 2
65779 Kelkheim – Fischbach

Telefon: 06174 / 2 15 41
Telefax: 06174 / 93 07 69
E-Mail: info@zum-froehlichen-landmann.de
Internet: www.zum-froehlichen-landmann.de

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntage, von 11.00 -23.00 Uhr (durchgehend warme Küche)
Montags und Dienstags Ruhetag (außer an Feiertagen)

Winterpause vom 01.02.2010 bis zum 23.02.2010

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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Café-Restaurant „Zum fröhlichen Landmann“ – nicht immer fröhlich

Jürgen 15:52