Vietnamesischer Kaffee

Vietnamesischer Kaffee ist eine feine Sache. Er hat einen überraschend schokoladigen Geschmack, ist sehr koffeinhaltig und wird stark und süß getrunken.

Ich habe hierzulande gute Erfahrung mit vietnamesischem Kaffee aus der bodum-Kanne (die Glaskannen mit dem Kolben) gemacht. Dosiert wie normaler Kaffee ergibt sich ein sehr aromatisches Gebräu, das mir inzwischen gewohnheitsmäßig das Sonntagsfrühstück aufpeppt.

Als ich letzte Woche mit Peggy vom kulinarischen Netzwerk multikulinarisches.de und Hendrik vom wurstsack-blog in Lichtenberg im Dong Xuang Center war (Peggy hat ihre  Reisebeschreibung in ihrem Blog multikulinarisch.es verewigt) und dort zielstrebig zu den Kaffeeregalen strebte, war ich kurz vorm Hyperventilieren: vietnamesischer Kaffee in allen Variationen!

Exportiert wird soweit ich weiß ausschließlich Kaffee der Firma Trung Nguyên. Ich wüßte jedenfalls nicht, dass man in Europa irgendeinen anderen vietnamesischen Kaffee bekäme. Das ist aber ausreichend, denn in ihrer Produktpalette finden sich sechs oder mehr Varianten des schokoladigen, schwarz gerösteten Kaffees. Ich habe im dritten Laden, gnadenlos verwirrt durch die Warenfülle, ziellos eine Packung gegriffen. Das war die Kaffeemischung Nr. 1, vielleicht kein schlechter Griff, denn jetzt kann ich mich durch die Kaffeenummern so nach und nach durcharbeiten. Außerdem erstand ich noch eine Dose gesüßte Kondensmilch. Unverzichtbar für die Herstellung eines echt vietnamesischen Kaffees!

Die Versuchsanordnung für die Zubereitung des Heißgetränks: Vietnamesischer Kaffee, ein vietnamesischer Tassenfilter, ein vietnamesisches Kaffeeglas (hier geht natürlich auch ein anderes Glas oder eine Tasse), gesüßte Kondensmilch. Außerdem eine Schüssel zum Warmhalten des Kaffees während des Filterns.

Als erstes kommen in den Filter (gibt es für 2,50 € in vietnamesischen Lebensmittlegeschäften) 20 g Kaffeepulver. Der Filter ist unten siebartig durchlöchert, das Kaffeepulver wird oben mit einem weiteren Sieb abgedeckt und etwas festgedrückt.

Da die Kaffeeherstellung lange braucht (mindestens 10 Minuten dauert es, bis das Wasser durchgelaufen ist), wende ich einen Trick an: Ich stelle das Glas, in das ich ca. 1,5 cm hoch gesüßte Kondensmilch gefüllt habe, in eine Schüssel mit heißem Wasser. So wird die Milch etwas vorgewärmt und der Kaffee kühlt nicht so schnell ab. Wenn man das Endprodukt auf Eis serviert (die vietnamesische Variante des Eiskaffees, lecker!), muss man sich die Mühe natürlich nicht machen.

Jetzt den Filter auf das Glas setzen und mit 20 ml kochendem Wasser aufgießen. Das ist ein Schnapsglas voll, und es dauert eine ganze Weile, bis das bisschen Wasser durchgelaufen ist. Das warten wir aber zur Gänze ab!

Jetzt werden noch einmal ca. 45 ml heißes Wasser nachgefüllt. Während die durchlaufen, kann man ein vietnamesisches Volkslied hören, die Küche putzen oder Schillers Glocke auswendig lernen.

Wenn der Kaffee fertig ist, haben wir ein rabenschwarzes Gesöff auf cremeweißer Milch. Die Milchmenge kann man nach dem Umrühren noch einmal justieren, der Kaffee ist wirklich sehr stark und es muss eventuell nachgebessert werden. Wohl bekomms! 🙂

Hat die „Lotta“ erfunden. Kocht täglich. Steht vor allem auf asiatische Küche und Hausmannskost. Mag keine Tiefkühlprodukte und keine Bandnudeln. Isst alles außer …
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0 Kommentare zu “Vietnamesischer Kaffee

  1. Eiskaffee auf vietnamesisch? Wie originell. Ich muss mal beim nächsten Besuch meines Asia-Supermarktes schauen, was der für Kaffees im Sortiment hat

  2. Nur zu. Einfach starken Vietkaffee mit ordentlich gesüßter Kondensmilch mchen und on the rocks, auf normalen Eiswürfeln, servieren. Taste of Asia!

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Vietnamesischer Kaffee

Martina 10:18