Das Essen so schlecht wie das Wetter: Berggasthof Herzberg im Taunus

Herzbergturm und Berggasthof Herzberg (Taunus)

Also gestern war uns der Wettergott sehr ungnädig und wir hatten wohl das schlechteste Wanderwetter seit langem erwischt. Da die Prognose auf Wetteronline.de schon nicht so arg günstig war, hatten wir nur ein kleines Laufprogramm vorgesehen und zuvor eine Saalburgbesichtigung mit Führung vorgesehen. Da hätte uns Regen nicht so viel ausgemacht, da es dort genug überdachte Plätze gibt. Aber der Regen hörte pünktlich auf, als wir an der Saalburg ankamen und es blieb während der gesamten Führung trocken. Das ließ bei uns natürlich die Hoffnung aufkeimen, dass auch der Rest des Tages trocken bleiben würde und das Regengebiet, das schon die ganze Nacht aktiv war, nun endlich gen Osten abgezogen sei. Leider trog der Schein. Pünktlich zum Ende der Führung fing es wieder an zu regnen. Und diesmal deutlich stärker als am Morgen. Egal, die kleine Strecke zum Herzberg hinauf wollten wir wegen des bisschen Regens nicht streichen. Allerdings legte der Regen dann noch ein bisschen zu und es ist schon erstaunlich, wie sich so ein kurzes Stück in die Länge ziehen kann, wenn es nicht nur steil bergauf geht, sondern dabei auch noch junge Hunde regnet. 😉

Oben angekommen waren wir dann trotz guter Regenkleidung leicht durchnäßt und begaben uns eilig in die Berggaststätte Herzberg – unserem gestrigen Ziel.  Die Gaststätte sieht man auf dem obigen Foto im Hintergrund rechts neben dem Herzbergturm. Aufgrund des schlechten Wetters war es noch recht leer und wir fanden einen schönen Fensterplatz, mit Panoramablick. Na ja, der „Panoramablick“ reichte leider kaum bis zum Waldrand. Der Regen hatte gerade aufgehört, als wir uns hinsetzten und schon stieg Nebel aus dem Wald auf. Man kann die Bäume am Waldrand auf dem folgenden Foto nur erahnen.

Verregnete Aussicht vom Herzberg (Blick aus der Berggasthof Herzberg)

Na gut, dann sollte doch wenigstens ein frisches Bier und ein gutes Essen unsere Laune haben. Das Bier kam auch zügig: Es gab Löwenbräu (2,80 € für 0,4 l) und Franziskaner Hefeweizen (3,20 € für 0,5 l) – frisch vom Fass und sehr lecker. Jetzt fehlte nur noch was, um die knurrenden Mägen zu füllen. Die Karte ist klein und übersichtlich und bietet für jeden Hunger etwas: Handkäs mit Musik, Wurst mit Brot, Sülze, einige Schnitzelvariationen, Salate, zwei Desserts und sogar ein vegetarisches Gericht. Schon am Eingang fiel unser Blick auf ein verlockendes Kuchenangebot, das ich mir für später vormerkte. Unsere Wahl fiel diesesmal einhellig auf das Schnitzel Jäger Art (für moderate 9,10 €) zu dem ich noch einen kleinen Beilagensalat (2 €) bestellte. Das Essen kam dann ebenfalls sehr schnell und… passte zu dem Regenwetter. Der Beilagensalat war wirklich klein und bestand aus labbrigen Gurkenscheiben, ein paar grünen Salatblättern und etwas geraspelten Möhren. Das ganze übergossen mit einem merkwürdigem Joghurtdressing, in dem Ölaugen schwammen. Nicht viel besser war das Schnitzel. Offenbar aus der Friteuse und mit einer nicht gerade leckeren mutmaßlichen Fertigsoße. Dazu Pommes, die zwar knusprig und gut ausgebacken waren, aber dringend nach einem Austausch des Frittierfettes verlangten. Ketchup und Mayo gab es abgepackt in kleinen Plastikbeutelchen dazu. Ne, das war jetzt nicht das was ich erwartet hatte. Das einzig Positive an dem Schnitzel war, dass die Soße frische Champignons enthielt und keine Dosenware. Die allzu üppige Portion (sie passte kaum auf den Teller) lag schwer im Magen und mein Vorsatz, ein Stück von dem lecker aussehenden Kuchen zu probieren, war dahin.

Schnitzel Jägerart Berggasthof Herzberg (Taunus)

Ne, also das muss ich nicht unbedingt wieder haben. Auf der Webseite wird noch auf einen Artikel aus dem Journal Frankfurt von 2005 verlinkt, wo das Lokal in der Rubrik „Geheimtipps im Hochtaunes“ auf Platz 5 geführt wird. Da Friteusenschnitzel und altes Frittierfett wohl keine Ausrutscher sind, ist die Küche entweder seit damals schlechter geworden oder der Test war nicht ausführlich genug. Andererseits hatten die Tester allzu bissfesten Spargel moniert, der in Sauce Hollandaise ertrank. Wenn sowas für eine Platzierung reicht, frage ich mich, was von solchen Empfehlungen zu halten ist. Alles in allem ist das ein durchschnittliches Ausflugslokal, wo man sehr gut ein Bierchen trinken kann – bei schönem Wetter vorzugsweise auf der Terrasse – oder vielleicht ein Stück Kuchen isst und einen Kaffee trinkt.

Berggasthof Herzberg

Herzbergturm 1
61350 Bad Homburg v. d. Höhe

Tel.: (06172) 45 59 51
Fax.: (06172) 45 59 54
Web: www.berggasthof-herzberg.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Donnerstag von 10:00 bis 22:00 Uhr
Freitag und Samstag von 10:00 bis 23:00 Uhr
Sonntag und Feiertage von 10:00 bis 21:00 Uhr
Vom 02.01 bis 01.04 von 11:00 bis 18:00 Uhr
Durchgehend warme Küche bis eine Stunde vor Geschäftsschluß.
Montags ist Ruhetag.

Aktualisierung Gargantua 23.2.2015: Das Ausflugslokal ist seit 22.02.2015 geschlossen
Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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0 Kommentare zu “Das Essen so schlecht wie das Wetter: Berggasthof Herzberg im Taunus

  1. erinnert mich irgendwie an eine Wanderung vor jahren im Harz..da war ich auch nur noch nass…und das essen mäßig und trotz kalt wollte einfach keiner im damaligen Restaurant das Feuer in Ofen anwerfen…manchmal erlebt man echt komische Sachen…gruß HEike

  2. Pingback: Schönes Ausflugslokal: Rote Mühle in Bad Soden-Altenhain - Lotta - kochende Leidenschaft

  3. Aus der Erfahrung heraus kommen die Schnitzel nicht aus der Friteuse.
    Vielleicht sollte der Schreiber öfters mal in Lokale gehen in denen die Speisen frisch zubereitet werden.
    Anders kann ich mir diesen Kommentar nicht vorstellen. Vielleicht nur Fertigspeisen gewöhnt,wenn mann dann frisches bekommt ist man es leider nicht gewohnt.

  4. Pingback: Einfach geschmacklos: Nudel-Frikadellenpfanne von Primana - Lotta - kochende Leidenschaft

  5. Hallo Jürgen,
    ich will es kurz machen.

    Wenn man keine Ahnung hat vom gutem Essen, sprich Fertigsoße, Friteusen-Schnitzel, altes Friteusenfett hat sollte man es lassen und sich seine Meinung behalten.

    Bin seit Jahren Stammgast vom Herzberg. Vor knapp 10 Jahren hätte ich dem allen noch zugestimmt aber dies lass ich nicht auf mein Lieblingslokal ruhen.
    Die Schnitzel sind immer frisch ( vielleicht mal durch das Küchenfenster was in der Küchentür ist rein gucken). Ich stimme dem kleinen Salat zu aber er nennt sich ja nicht um sonst BEILAGENSALAT, die Gurken und die Karotten waren frisch wahrscheinlich einfach nur eingelegt in Essig & Öl deswegen vielleicht deine Ölpfützen im Hausgemachten Salatdressing.

    Und vergessen sollte keiner das das ein Ausflugslokal ist und keine gehobene Gastronomie!
    Und für die Soßen lege ich meine Hand ins Feuer das keine einzigste Soße aus der TÜT ist!!!!!
    (Pfeffersoße mal heller mal etwas dunkler jedes mal anders wie davor mal ein wenig schärfer mal mehr milder aber geschmacklich immer ein Traum)

    Ich kann nur zum schluss nochmal erwähnen das Geschmäcker und auch Meinungen unterschiedlich sein können aber ich finde es unfair einen ruf anderer Kaputt zu machen.

    ps. Denke auch wenn man dem Chef die Meinung ob possitiv oder negativ ins Gesicht sagt auch was unternommen wird bei eintreffenden Dinge!

    Liebes Herzberg Team lasst euch von solchen Dummen und Ahnungslosen aussagen nicht runter machen, ihr seit Spitze!
    Großes lob an die Chefs und natürlich auch an die eigentlich immer sehr freundlichen Angstellten (jeder hat mal ein schlechten Tag) 😉

  6. Ich muss immer wieder lachen, wenn ich Kommentare à la „Ihr habt keine Ahnung, seid zu blöd um das gute Essen zu schätzen, und überhaupt ist alles spitze“ lese. Die Machart ist immer die gleiche: Der Kritiker wird runtergemacht und dann wird wortreich erklärt, dass alles ganz anders ist. Ich weiß nicht, ob die Schreiberlinge, die das Verzapfen, ernsthaft glauben das Image der kritisierten Gaststätte damit aufzubessern. Wenn ich sowas auf anderen Plattformen lese (natürlich findet man sowas auch auf qype.com, restaurant-kritik.de und wie sie alle heißen zuhauf), denke ich mir meinen Teil und so wird es wohl den meisten Lesern gehen. Aber eines erreichen solche Kommentare auf jeden Fall: Nämlich dass der Thread in den Suchmaschinen-Ergebnisseiten nach oben wandert und mehr Traffic erhält. Das konnte man schon sehr schön an dem Bericht über die unsägliche Viehweide in Hofheim (http://www.digilotta.de/2011/10/23/never-again-restaurant-viehweide-in-hofheim/) sehen: Erst stand er in den Google-Suchergebnissen auf Seite 2 an zweiter Stelle. Nach dem Kommentar des (mutmaßlichen) Betreibers, wanderte er hoch auf Seite 1, Platz 7. Dafür sage ich dann doch mal Danke, denn nichts freut einen Blogger mehr, als steigende Besucherzahlen. Und wie ich gerade sehe ist das auch mit diesem Bericht über den Berggasthof Herzberg geschehen. Der war ursprünglich auch weiter unten. Fein.

  7. Pingback: Das Horror-Wirtshaus im Taunus (Zum Fuchstanz) - Lotta - kochende Leidenschaft

  8. Ich fange bei Essen zwar erst langsam an etwas anspruchsvoller zu werden. In dem Lokal bin ich gelegentlich mit Freunden nach einem Spaziergang oder als Wendepunkt beim Joggen.
    Aber, zum Thema Freundlichkeit liesse sich etwas sagen, was mir bereits zum wiederholten mal passiert ist: Ich bat um einen heissen Apfelsaft. Der Betreiber beschied mir daraufhin mir in rüdem Ton, das er dafür keine Zeit hätte, weil zu viel Betrieb.
    Abgesehen davon, dass das nicht sonderlich aufwendig ist, empfand ich den Ton sehr unpassend.
    Wenn an einem Sonntag mal weniger Betrieb ist, werde ich da zukünftig wohl auch nicht mehr einkehren.

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Jürgen 10:48