Leckerer Hühner-Nudel-Eintopf statt Fertigkram von K****

Foto: Hühner-Nudel-Eintopf

Hühner-Nudel-Eintopf

Werbung wirkt auch bei mir. Allerdings nicht immer so, wie die Werbemanager sich das vielleicht wünschen. 😉 Neulich sah ich Werbung für eine neue Produktlinie von Knorr: „Eintöpfe im Aroma-Pack“. Konkret ging es um den Hühner-Nudel-Eintopf. Wie üblich sieht das in der Werbung sehr lecker aus und ich bekam Appetit auf sowas. Ich hatte allerding nicht vor, so einen Fertig-Kram zu kaufen, schaute aber trotzdem im Supermarkt mal auf die Verpackung, nur um zu schauen, was das so drin ist. Groß prangt auf der Packung „Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“. Klingt doch gut. Aber dann der ernüchternde Blick auf die Zutatenliste:

Trinkwasser, 6% Hühnerfleisch, 5% Karotten², 4% Teigwaren (HARTWEIZENGRIESS, EIKLARPULVER), Speisesalz, Aromen, modifizierte Stärke, Hühnerfett, Stärke, Zucker, Hefeextrakt, Petersilie, Muskatnuss, Curcuma, Antioxidationsmittel Extrakt aus Rosmarin.

He, Moment, Hefeextrakt? Das ist doch in erster Linie ein Geschmacksverstärker. Wie kann das sein? Nun, des Rätsels Lösung findet man in Wikipedia:

Hefeextrakt hat einen herzhaften Eigengeschmack und eine ausgeprägte geschmacksverstärkende Wirkung. Aus diesem Grund wird er vor allem bei der industriellen Produktion von Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Saucen, Suppen oder Fertiggerichten, im geringeren Maße auch im Haushalt, als würzende Zutat eingesetzt. Auf der Zutatenliste kann er als „Hefeextrakt“ oder „Aroma“ deklariert werden,

Hefeextrakt hat für den Hersteller den Vorteil, dass er auf diese unattraktive Deklaration verzichten kann. Er darf sogar sogenanntes Clean Labelling betreiben und ausdrücklich damit werben, keinen Geschmacksverstärker einzusetzen.

Aha, so ist das also. Ein Geschmacksverstärker, der nicht also solcher bezeichnet werden muss. Obwohl nach den Buchstaben des Gesetzes korrekt, betrachte ich sowas also bewusste, von der Politik geförderte, Verbrauchertäuschung.

Foto: 24 g Hühnerfleisch

Soviel sind 24 g Hühnerfleisch

Und die 6% Hühnchenfleisch sind auch nicht gerade üppig. Das sind bei einer 390g-Packung gerade mal knapp 24 Gramm. Auf dem Bild rechts sieht man wieviel das ist – ein guter Esslöffel voll, auf einen großen Teller Suppe. :-/ So wanderte die Packung zurück ins Regal und die Zutaten für einen ordentlichen Hühner-Nudeleintopf in den Einkaufswagen. Ach ja, zum Preis noch: Die 390-g-Packung kostet 1,99 €. 390 g sind ziemlich genau das was oben auf dem Teller zu sehen ist. Meine Zutaten kosteten ca. 5 Euro und ergeben ungefähr 9-10 solcher Portionen – also etwas mehr als 50 Cent! Mit dem Unterschied, dass dieser Hühner-Nudeleintopf tatsächlich ohne Geschmacksverstärker auskommt, richtig lecker ist und man die Fleischstücke nicht mit der Lupe suchen muss. 😉

Tipp: Noch preiswerter wird es, wenn man anstelle des fertigen Suppengrüns die Zutaten einzeln kauft. Das ergibt zwar eine deutlich größere Menge, weil man eine ganze Sellerieknolle kaufen muss, aber fertig geschnittenes Suppengrün lässt sich hervorragend auf Vorrat einfrieren und dann bei Bedarf portionsweise entnehmen. Und es kostet rund ein Drittel weniger.

Zutaten
  • 1 küchenfertiges Suppenhuhn (ca. 1,2 kg)
  • 2 Liter Wasser
  • ca. 3 TL Salz
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1 EL schwarze Pfefferkörner
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Bund Suppengrün (ca. 750 g)
  • 400 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
  • 1 Zwiebel
  • 40 g geräucherter durchwachsener Speck
  • 150 g Suppennudeln, z.B. kleine Hörnchen- oder Muschelnudeln
  • 1 EL Butter
  • Pfeffer

Portionen: 9-10
Zubereitungszeit: 2 Stunden

Zubereitung

Das Suppenhuhn waschen, in einen großen Topf  (5 Liter)  geben und mit Wasser bedecken ( ca. 2 Liter). 2 Teelöffel Salz und das Tomatenmark zufügen. Die Lorbeerblätter und Pfefferkörner in ein Gewürzei geben und ebenfalls zufügen. Das ganze aufkochen und ca. 1 1/2 Stunden mit aufgelegtem Deckel auf kleiner Flamme köcheln lasse. Inzwischen das Suppengrün putzen: Sellerieknolle und Möhren schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Porree gründlich waschen, vierteln und in dünne Streifen schneiden. Die Kartoffeln schälen und in etwas größere Würfel schneiden. Das Suppengrün nach 30 Minuten in die Hühnerbrühe geben. Die Kartoffelstücke nach weiteren 30 Minuten zugeben.

Die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Speck sehr fein würfeln. Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und zunächst den Speck fünf Minuten anbraten. Dann die Zwiebelwürfel weitere 5 Minuten darin anbraten. Wer das mit dem Speck nicht mag, kann diesen auch einfach weglassen. Dann nur die Zwiebeln in der Butter andünsten.

Die Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser ca. 8 Minuten nach Packungsanweisung garen (nicht zu weich) und anschließend abtropfen lassen.

Das Suppenhuhn nach 1 1/2 Stunden aus der Brühe nehmen und die Zwiebel-Speckmischung hineingeben. Weiter köcheln lassen, den Deckeln nicht mehr auflegen. Das Fleisch von Haut und Knochen lösen und etwas kleiner schneiden. Hühnchenfleisch und Nudeln in der Suppe erwärmen. Gewürzei herausnehmen und den Eintopf mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren. Der Eintopf läßt sich sehr gut einfrieren, so dass man hier gut auf Vorrat kochen kann.

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
Print Friendly, PDF & Email

Ein Kommentar zu “Leckerer Hühner-Nudel-Eintopf statt Fertigkram von K****

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Leckerer Hühner-Nudel-Eintopf statt Fertigkram von K****

Jürgen 18:08