FSFL!- Cha Gio auf Vorrat zubereiten?

DSDS? GZSZ? Nix da: FSFL! ist der neue Stern am Abkürzungshimmel!!

FSFL! steht für die neue Rubrik „Fragen Sie Frau Lotta!“, in der wir Fragen zu allen möglichen Themen rund ums Kochen beantworten. Und was wir nicht selbst wissen, da scheuen wir vor ernsthaften Recherchen nicht zurück!

Vor einigen Tagen hatte ich nach eventuellen Erfahrungen mit dem Vorbrutzeln von Cha Gio – vietnamesischen Knusperrollen – gefragt. Cha Gio gehören nun einmal frittiert, aber wer wie ich ohne Küchentür und Dunstabzug arbeitet und eine größere Menge von den leckeren Dingerchen für Gäste zubereiten will, nun, äh … Arschkarte? Nein, so schlimm nicht, aber es wäre doch reichlich unschön, die Gäste mit dem warmen Geruch gereiften Frittieröls zu begrüßen. Aber was tun? Jürgen hat für mich in einem mutigen Selbstversuch eine Lösung herausgefunden.

… das habe ich vor einiger Zeit mal ausprobiert und gleich eine große Menge von den Röllchen gemacht (über 40 Stück). Die habe ich dann portionsweis auf ein Brett gelegt und in den Gefierschrank getan (das verhindert, dass die Rollen aneinander kleben). Nachdem sie durch und durch tief gefroren waren, habe ich sie in Gefrierbeutel verpackt – schön nebeneinander gelegt gibt das flache Päckchen, die man Platz sparend stapeln kann.
Wenn man sie zubereiten will nimmt man einfach die gewünschte Zahl mindestens 1 Stunde vorher aus dem Gefrierschrank (sie sind nach einer Stunde noch nicht ganz aufgetaut) und frittiert sie wie gewohnt. Also ich konnte keinen Unterschied zu frisch zubereiteten feststellen. Ich schätze mal, dass man sie bei -21 Grad mindestens drei Monate aufbewahren kann. Im 3-Sterne sicher ein paar Wochen.

Aber – das nutzt mir nicht viel, denn:

Abgesehen davon, dass ich höchstens Frühstücksbrettchen in mein 2 1/2-Sterne-Fach bekomme, dachte ich ja auch, den Frittiergeruch in der Wohnung vermeiden zu können. Dummerweise hat die Küche ja keine Tür und keinen Dunstabzug. Ich könnte jetzt noch einmal eine kurze Frostperiode gebrauchen, dann könnte ich die Teile auf den Balkon auslagern, wenigstens das wäre dann schon einmal erledigt … Aber vielleicht bereite ich dann einfach etwas zu, was weniger geruchsintensiv ist. Ich dacht halt, man könnte die Dinger vielleicht vorfrittieren und dann im Backofen noch einmal aufknuspern (wenn man das Reispapierzeugs zu lange liegen lässt, vulkanisiert es ja zu Gummischlauch). Hmmm … 🙁

Auch hunderte von Kilometern von mir entfernt brutzelt die Versuchsküche, mit für mich endlich annehmbarem Ergebnis:

So, da ich am Samstag die Knusperrollen auf dem Speiseplan hatte (als Vorspeise zum Limonenhuhn), habe ich gleich mal einen Versuch gestartet und ein paar Röllchen mehr frittiert. Ich habe sie in drei “Garstufen” gemacht. Die ersten habe ich rausgenommen als sie anfangen wollten zu bräunen, die zweite Fuhre habe ich aus dem Fett genommen als sie leicht gebräunt waren. Und die letzten als sie fast fertig waren. Anschließend habe ich sie ganz kurz auf Küchenkrepp gelegt damit etwas Fett weggenommen wird. Dann habe ich sie auf einem Küchenbrett abkühlen lassen und dann sofort in den Gefrierschrank gelegt. Am Sonntag folgte dann Teil zwei des Experiments. Zunächst habe ich den Ofen auf 175 Grad vorgeheizt und dann die Röllchen direkt aus dem Gefrierschrank auf ein mit Backpapier ausgelegtes Gitter gelegt und in den Ofen geschoben. Nach 25 bis 30 Minuten waren sie fertig – und alle schön braun. Dann nochmal kurz auf Küchenkrepp und gleich serviert. Das Ergebnis war ziemlich gut. Die erste Charge (die ich noch blass aus dem Fett genommen hatte) war etwas weniger gut – die Rollen waren außen etwas fester als bei den anderen beiden Chargen. Zwischen Charge zwei und drei konnte ich keinen Unterschied feststellen. Die Rollen waren fast so gut wie frisch gemacht – nur ein klein wenig fester. Eventuell wird das aber besser wenn man die Rollen frisch zubereitet und frittiert. Meine hatte ich ja schon vor längerem gemacht und erstmal eingefroren. Geschmacklich konnte ich keinen Unterschied feststellen. Ich finde, das ist auf jeden Fall eine Alternative, wenn man viele Gäste hat und an dem Tag nicht den Frittiergeruch in der Wohnung haben will.

Na also. geht doch 😉

Hat die „Lotta“ erfunden. Kocht täglich. Steht vor allem auf asiatische Küche und Hausmannskost. Mag keine Tiefkühlprodukte und keine Bandnudeln. Isst alles außer …
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Martina 10:51