Weinhaus Heilig Grab, Boppard

Wo anders als in einem Gasthaus mit diesem Namen kann man einen Karfreitag besser verbringen? Eine ausgiebige Wanderung durch den Bopparder Hamm, die grosse Rheinschleife, mit einer 75 ha grossen Weinbaufläche im Steillagenanbau, Hangneigung bis zu 80 %, da rutscht ein normal Sterblicher schon beim Hinsehen den Berg runter, machte Lust auf eine Weinstube in der Altstadt. Ein winziges Schild an einem Weinbergpfosten wies auf eine Weinstube Heilig Grab hin, in der Zelkesgasse, gegenüber dem Bahnhof. Zurück in Boppard fand sich an der Uferpromenade auch gleich ein Hinweis „zum Bahnhof“, wo auch die Zelkesgasse leicht zu finden war. Schon von außen ein rustikales Ambiente mit Butzenscheiben, ein ehr kleiner Eingang mit einem kleinen Flur und dann der Eintritt in die Gaststube, mit Dielenfussboden, rustikalen Holztischen und einer einladenden Gemütlichkeit, die einem sofort sagt: hier will man bleiben.

Die Weinkarte besteht aus Riesling, Riesling und nochmal Riesling, einem Kerner? und Spätburgunder, im Glas, in der Flasche. Trocken oder feinherb, und von lieblich bis zur Auslese. Diese Weinkarte zeigt einfach das was angebaut wird vom Weingut: 80 % Riesling, 16 % Spätburgunder. Wir hatten einen Riesling trocken aus der Lage Feuerlay, ein blitzsauberer, mineralischer Wein, in einem Kommentar heißt es: „Man bezeichnet diese geologische Formation als „Bopparder Verwerfung“. Kennzeichnend für die Hohenrhein- und die Laubach-Schichten sind höhere Quarzit- und Kalkanteile“. Wir hatten diese Verwerfung zumindest gesehen, dass wir sie geschmeckt hätten, wäre vermessen zu behaupten. Der Spätburgunder ebenfalls ohne Schnickschnack, sauber, fruchtig und aromareich, ohne ihn mit zu viel Farbe oder Alkohol überfrachten zu wollen, wie so viele „neue deutsche“ Weine. Die Weine vom Weingut werden von Gault Millau von 80 Punkten für den Spätburgunder bist 85 Punkte für einen Riesling bewertet. Die Preise von € 2,30 für das 0,2 Glas bis … sind sehr zivil.

Die Speisekarte ist übersichtlich, mit der üblichen Weinstubenauswahl. Für ein hessisch, apfelweinsozialisierten Spezie ist die Auswahl von mehr als 2 Wurstsorten sowieso schon Luxus. Für alle Nichthessen, hier noch einmal der Anfang einer hessischen Speisekarte: Fleischwurst mit Brot, Fleischwurst mit Kraut und Brot, Rindswurst mit Brot, Rindswurst mit…. ich glaube ich brauche es nicht weiter aufzuzählen und die Speisekarte endet beim Rippchen in der bekannten Steigerungsform. Für die vegetarisch orientierten Mädels gab es allerdingss an diesem Tag die Auswahl zwischen Spundekäs und Winzerkäse, mit Landbrot. Ich hatte einen Flammkuchen, das war TK Ware, aber nicht schlecht. Wir waren rundum zufrieden!

Ach so, der sonderbare Name „Heilig Grab“, das Handelsblatt weiss es: „“Heilig Grab“ – der merkwürdige Name der Weinstube hat eine uralte Bewandtnis. Am Karfreitag wird in der Kirche des Bopparder Karmeliterklosters die Grablegung Christi gefeiert.“

Weinhaus Heilig Grab
Familie Schoeneberger
Zelkesgasse 12
561454 Boppard
Telefon 06742-2371
Öffnungszeiten täglich ab 15 h
Dienstag Ruhetag
Internet https://www.heiliggrab.de

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.
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Weinhaus Heilig Grab, Boppard

Gargantua 19:13