Selbstgemachter Apfelfederweißer

Foto: Starterset zum Selbermachen von Apfelwein

Starterset zum Selbermachen von Apfelwein

Nach der sehr reichlichen Apfelernte im vergangenen Jahr, hatte ich ja den Entsafter gekauft. Nachdem ich so manches Kilo Äpfel versaftet hatte, äußerte ich irgendwann mal die Idee, ob man nicht auch Apfelwein selber machen könnte. Das war etwas leichtfertig ;-), denn einige Wochen später brachte der Paketbote überraschend ein großes Paket. Der Inhalt: Ein Starterset für die Zubereitung von Apfelwein bzw. Cidre, bestehend aus

  • 25 Liter Gärbehälter
  • Gummistopfen
  • Gärspund
  • Hefe
  • Hefenährsalz
  • Kaliumpyrosulfit
  • Mostwaage
  • Antigeliermittel
  • Anleitung
Foto: Wasserflasche mit Gärspund

Wasserflasche mit Gärspund

Nun waren zu diesem Zeitpunkt schon der größte Teil der Äpfel verarbeitet und vielleicht noch 6-7 kg übrig. Viel zu wenig, um den 25 Liter fassenden Gärbehälter auch nur ansatzweise zu füllen. Andererseits hatte ich keine Lust ein dreiviertel Jahr bis zur nächsten Ernte zu warten. So kam ich auf die Idee, eine 1,5-Liter-Wasserflasche für den ersten Versuch zu verwenden. Dazu habe ich in den Schraubverschluss ein Loch gebohrt, den im Startersetz enthaltenen Gummistopfen eingepasst und den Gärspund eingesetzt. Das Ergebnis war ein funktionsfähiger Gärbehälter für ca. 1,25 Liter Apfelsaft. Der erste Versuch hätte beginnen können wenn, ja wenn die Anleitung nicht auf Polnisch, Tschechisch, Russisch und einigen anderen Sprachen, mit denen ich nichts anfangen konnte, gewesen wäre. Also habe ich mich erstmal auf Suche ins Internet begeben, um herauszufinden, wie es geht. Sehr hilfreich war die Seite fruchtweinkeller.de. Dort finden sich nicht nur sehr viele Rezepte für Fruchtweine, sondern auch gute Hintergrundinformationen.

Als eines der einfachsten Rezepte war dort der Apfelfederweiße genannt. Federweißer bezeichnet neuen noch unfertigen Wein und man bekommt ihn im Herbst für einige Zeit problemlos im Supermarkt zu kaufen. Allerdings ist dieser aus Trauben gemacht. Aber warum sollte das nicht auf mit Äpfeln gehen?

Also bereitete ich den ersten Versuch, Apfelfederweißen selber zu machen, vor. Nachfolgend die Mengenangaben aus dem Originalrezept und in Klammern die umgerechneten Mengen für meine reduzierte Menge.

Tatsächlich ist das eine recht einfache Sache und gelingt auf Anhieb. Da das fertige Produkt nicht lange lagern soll, wird auf das Schwefeln verzichtet, dass bei Apfelwein wohl unverzichtbar ist, um ihn längere Zeit haltbar zu machen. Auch muss man den Federweißen nicht filtern oder schönen. Damit die Gärung gelingt und kontrolliert abläuft sollte man unbedingt Reinzuchthefe für die Weinherstellung verwenden und nicht hoffen, dass eine spontane Gärung mit den auf den Äpfeln vorkommenden Hefen zum gewünschten Ergebnis führt. Das Ergebnis ist sehr lecker und gefällt mir fast besser als Federweißer aus Trauben. Sehr spritzig und erfrischend und mit feinem Apfelaroma.

Mittlerweile habe ich den vierten Ansatz in Arbeit. Dieser ist aus gekauftem Apfelsaft – einfach mal, um den Unterschied zu selbst gepressten Apfelsaft herauszufinden.

Zutaten und Werkzeuge
  • 4 l  (1,25 l) Apfelsaft vorzugsweise naturtrüb – bei selbstgemachten Apfelsaft ist er das automatisch. Es sollten aromatische Äpfel mit guter Säure verwendet werden. Geeignet sind typische Mostäpfel aber auch Boskoop. Tafeläpfel aus dem Supermarkt sind völlig ungeeignet.
  • 0,8 g (0,25 g) Reinzuchthefe Sherry
  • bis zu 400 g (125 g) Zucker beim Gärstart (variabel)
  • bis 50 g (15 g) Zucker vor dem Genuss
  • 5 ml (1 ml) Antigel
  • 0,8 g (0,25 g) Hefenährsalz
    außerdem
  • 1 Apothekerwaage
  • 1 kleinen Trichter
  • 1 Pipette

Weiterlesen

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.

Sauvignon blanc, der Sommerwein oder David gegen Goliath

Sauvignon blanc, der Sommerwein!

Sauvignon blanc, der Sommerwein!

Ich denke meinen ersten richtig guten Sauvignon blanc habe ich in Saumur im Loiretal getrunken. Er war ein Geschmackserlebnis, dass ich so noch  nicht kannte. Eine Explosion von grünen Aromen, Stachelbeere und Johannisbeere, ich finde auch grünen Apfel und Paprika. Warum aber David gegen Goliath. Sauvignon blanc ist eine unglaublich variantenreiche Rebsorte und ich stelle ein Leichtgewicht aus Spanien und eine echte Weissweingranate aus Südfrankreich vor.

Weiterlesen

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.

Drei Bio-Rotweine aus der Edition Alnatura

drei Bio-Rotweine von Alnatura

drei Bio-Rotweine von Alnatura

In der Edition Alnatura sind preiswerte Weine angesiedelt. Weine für den Alltag, zumindest die Rotweine die ich vorstelle, sind in der Preisspanne zwischen € 2,79 bis € 3,99. Und es sind spanische Rotweine. Wer bei dem Preis von € 2,79 den Kopf schüttelt, den verweise ich auf meinen Blog „Aldi-Merlot zum Preis von € 1,69“. Natürlich kann man in Südeuropa Weine zu diesem Preis erzeugen. Ich habe im Douro-Tal, in Portugal, ordentliche Hausweine für € 2, in der Gastronomie getrunken, nicht pro Glas sondern für den halben Liter. Weiterlesen

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.

Terroir und Können, zwei deutsche Cabernet Sauvignon

 Cabernet Sauvignon vom Weingut Befort und vom Weingut Edling

Cabernet Sauvignon vom Weingut Befort und vom Weingut Edling

Terroir lässt sich nicht mit einem einzigen deutschen Begriff übersetzen. Terroir beinhaltet: das Kleinklima, Sonneneinstrahlung, das Bodenrelief, die physikalische und chemische Zusammensetzung des Bodens, und die Bodenfeuchtigkeit eines definierten Geländes. Wobei dieses Gelände nicht unbegrenzt gross sein kann-Beispielsweise für das Bordeaux/Medoc gibt es kein gemeinsames Terroir. Für die beiden Cabernet-Sauvignon, die ich vorstelle,  gilt Terroir durchaus sind es doch regional, oder gar lokal begrenzte Gebiete, die Odenwälder Weininsel und die südliche Mosel. Weiterlesen ist nicht gesundheitschädlich, sie müssen auch nicht ihren Arzt oder Apotheker fragen, aber es ist spannend.

Weiterlesen

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.

Flaschenpost von der südlichen Mosel, Crémant Brut Pinot

Crémant von der südlichen Mosel

Vergessen sie alles was sie über Moselweine wissen, auch die Riesling-Weine von der der Unter-Mosel. Die südliche Mosel, früher Obermosel genannt, hat andere Böden. Kein Schiefer, dafür gibt es dort reichlich Kalkböden, Muschelkalk aus dem Trias. Manchmal sind diese Böden fossilführend, also im Weinberg nicht zu tief graben, sonst könnte eine versteinerte Schnecke über den Weg „huschen“. Die Burgunderrebsorten, Pinot blanc, Pinot noir und auch Auxerrois, eine Burgunderspielart, mögen diese Kalkböden sehr, sie lieben sie geradezu. Das Terroir  prägt die Traube, gibt ihr seine aromatische Herkunft, die der Winzer mit Geschick in seinem Wein umsetzen muss. Weiterlesen

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.

Herbstfundsache: Elbling von der Obermosel

Elbling vom Weingut Befort

Alte Rebsorten wieder zu entdecken kann wirklich ein Erlebnis sein. Elbling ist nicht in unserem (Rheingauer) Fokus. In Nittel an der Obermosel ist er durchaus im Fokus, stellt Elbling doch dort 75 % der Rebfläche. Wir haben den Elbling in Luxemburg kennen gelernt. Und wir fanden ihn richtig lecker. Leicht von der Gradation, spritzig und dabei mit feiner Frucht, ohne aufdringlich zu sein. Wir hatten natürlich ein paar Flaschen mitgenommen. Bekanntermassen halten so ein paar „Urlaubsflaschen“ nicht lange. Man „sehnt“ sich zurück auf die nebelverhangene Sauer, auf den Gasofen der bollerd, und schwupps sind die geliebten Mitbringsel weggesoffen. Es musste Nachschub her, und zwar Elbling. Es war das Weingut Befort, einmal, weil es eine super, schicke Webseite hat. Seine Weine haben schlichte, schöne Labels, und ich behaupte ja immer: wer gute Labels macht, macht auch gute Weine. Irgendwie denke ich, der Winzer strebt Perfektion für seine Ausstattung an, folglich will er das auch für seinen Wein. Der zweite Grund war Chateau Beaufort im Müllertal. Chateau Beaufort auf  Letzteburgisch Befort in der gleichnamigen Gemeinde, Gemeng Befort, und da waren wir schliesslich in unserem kleinen Ferienhaus. Das war doch eine Einladung den Elbling von Hans Befort zu kaufen. Stammt er etwa aus Befort?. Hat er das Schloss nur verkauft, um auf der deutschen Seite mit seiner Liebsten Wein zu machen? Wenn es so war, dann hat er alles richtig gemacht. Es ist ein frischer Elbling, süffig, zum Reinsetzen, selten habe ich ein so schönen runden Schoppenwein getrunken, mit mässigem Alkoholgehalt und frischer Säure.  Für meinen Geschmack hätte die Restsüsse etwas geringer ausfallen dürfen.

Weiterlesen

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.

Aldi Wein: Merlot für 1,69 € – zu dem Preis, das kann ja nichts sein!?

Das kann schon sein! Und der Wein ist nicht schlecht. Wie kommt es, dass Aldi einen Wein zu einem solchen Preis anbietet, der auch noch gut sein soll? Weiterlesen

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.

Selbst gesammelt, selbst gemacht: Schlehenlikör

Selbstgemachter SchlehenlikörDieses Jahr war bei mir Likörjahr: Nach Kirsch-, Himbeer-, Brombeer- und Walnusslikör, gibt es zum Abschluss Schlehenlikör. Die letzten Jahre musste ich den immer wieder ausfallen lassen, weil an den einschlägigen Schlehenhecken kaum etwas zu finden war. Ich wüsste gerne woran das lag. Dieses Jahr war es aber wieder besser und die Ernte reichte nicht nur für die Eifeloliven, sondern auch für eine Charge Likör. Eigentlich soll man die Schlehen erst nach dem ersten Frost ernten. Das funktioniert hier in der Rhein-Main-Region in der Regel jedoch nicht. Oft kommt der erste Frost nicht vor Dezember und bis dahin sind die Früchte entweder von Vögeln weggefressen oder von anderen Likörliebhabern weggesammelt worden. 😉 Daher gab es den Frost in Form eines vierwöchigen Aufenthaltes im Gefrierschrank (was allerdings daran lag, dass ich kein passendes Gefäß mehr frei hatte und erst warten musste, biss der Brombeerlikör abgefüllt werden konnt ;-)). Ich weiß jetzt auch nicht, ob das Einfrieren den gleichen Effekt hat, wie der natürliche Frost. Das Ergebnis ist jedenfalls sehr lecker und lohnt die mühevolle Arbeit des Sammelns.

  • Zutaten
  • 350 g reife Schlehen
  • 100 g weißer Kandiszucker
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Flasche Doppelkorn (0,75 l)

Weiterlesen

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.

Das multimediale Abendessen, frisch von Herd- und Festplatte auf den Tisch

Früher hat man Freunde zum Dia-Abend eingeladen. Und weil die beiden „Gereisten“ so viel erzählen mussten, gab es Schnittchen und waren die alle, gab's Chips. Und was hat man nicht alles erzählt, jedes Mandorla erklärt. Zum Schluss waren alle platt. Die Gäste vom Zuhören und die Gastgeber vom Erzählen. Das sollte sich ändern bei unserem multimedialen Abendessen mit Freunden. Fragen zu dieser Rosette an der Kathedrale von Elne…..okay such' mal kurz in Wiki. Wir hatten natürlich unsere Gäste vorher eingeweiht, mit einbezogen, wie es so schön heißt. Und wir hatten auch angekündigt, dass es dieses Abendessen als Blog geben würde. Als Speisekarte gab es Gittas handschriftliche Notizen von unserem Essen in der Auberge du Vigneron. Und genau das Drei-Gang-Menue, das wir dort gegessen hatten, wollten wir für unsere Gäste nachkochen. Daraus wurde für unsere Gäste ein Viergang-Menü. Wir hatten in der Auberge zwei verschiedene Menüs, die wir jetzt kombinierten.

 Die Menüfolge:
  • Blutwursttörtchen mit Birne und Quitte
  • Lachsfilet mit Sauce hollandaise gratiniert auf Gemüsejulienne und Karotten-Birnen-Püree
  • Variationen vom Ziegenfrischkäse
  • Creme Catalan mit einem Hauch Orangenzucker
  • der Wein ein 2009 Queribus von der örtlichen Cooperative in Cucugnan

Weiterlesen

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.

Walnusslikör hausgemacht

Selbstgemachter WalnusslikörDieses Jahr war bei mir Likörjahr. Soviele verschiedene Sorten habe ich noch nie gemacht. Neben Altbewährtem wie dem Brombeerlikör, habe ich auch einige neue ausprobiert. So zum Beispiel auch diesen Walnusslikör. Geschmacklich ist er zwar sehr schön geworden und hat ein tolles Nussaroma, aber für meinen Geschmack ist das zu süß. Gut vorstellen kann ich ihn mir im Moment nur auf einem Eisbecher – mit Vanille-, Nuss- oder Schokoeis.

Die Walnusskerne haben zwar einiges Aroma abgegeben, schmecken aber immer noch recht nussig. Das ist anders als bei den Fruchtlikören, wo die ausgelaugten Früchte nicht mehr verwendbar sind. Ich werde die Walnusskerne wohl demnächst mal in einem Nusskuchen verwenden. Zum Wegwerfen sind sie einfach zu schade. Auch die Vanilleschote läßt sich übrigens noch weiterverwenden. Einfach trocknen lassen und in ein Glas mit Zucker stecken. Da ist noch genug Aroma drin, um feinsten Vanillezucker zu machen.

Zutaten
  • 250 g Walnusskerne
  • 1 Vanilleschote
  • 3  Gewürznelken
  • 1 kleine Scheibe Ingwer
  • 1-cm-Stück Zimtstange
  • 300 g weißer Kandiszucker
  • 750 ml Doppelkorn oder Wodka

Weiterlesen

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.

Walnusslikör hausgemacht

Jürgen 12:31