Base Taunatours, Kletterwand an Jägerschnitzel oder umgekehrt

Erlebnisgastronomie nennt Taunatours ihre gelungene Kombination aus Indoor-Kletterwand, Familienrestaurant und Indoor-Hochseilgarten – und das ist nicht zu hoch gegriffen. Nach einer durchaus kernigen Wanderung mit einigen Höhenmetern war das Ziel in Schmitten-Niederreifenberg erreicht. Es war ein wunderbarer Sonnentag, strahlend blauer Himmel mit einer geschlossenen Schneedecke von ein paar Zentimetern. Sie reichte aus, um richtige Wintergefühle zu haben. Wanderer mit Bundhosen und roten Kniestrümpfen sind eindeutig nicht die Zielgruppe von der Base Taunatours, denn die letzten Meter von der Ortsmitte Niederreifenbergs bis zur Base sind auch ein Erlebnis entlang einer Landesstrasse. Die Zielgruppe sind Familien, gerne auch mit Kindern, gerne auch mit solchen die nach 5 Minuten ihre Lebensfreude in Bewegung umsetzen müssen. Im Indoor-Hochseilgarten im Dachgebälk des rustikalen Industriegebäudes direkt über den Restauranttischen, klettern, balancieren und probieren sie sich aus. Da die Purzel angeseilt sind, können sie auch nicht in die Suppe fallen. Allenfalls das metallische Klicken und Klacken der Karabinerhaken lässt hören, wie aktiv die Kleinen da oben im Dachgebälk sind. Im zweiten Raum ist eine hohe Indoor-Kletterwand gebaut. Mami, mit dem Pfefferminztee und Papi mit einer Dose Red Bull, freuen sich über die Geschicklichkeit ihrer Kleinen.

Das ist wirkliche Erlebnisgastronomie und gefällt Kindern wie Eltern. Ein weiterer Pluspunkt für die Base Taunatours: es gibt durchgängig warmes Essen nach  Karte, und das von 11 – 21 Uhr. Zumal wir erst gegen 15 Uhr und ziemlich ausgehungert angekommen waren (die späte Zeit war allerdings Absicht, denn wir hatten keine Lust auf den Sonntagsbrunch, der bis ungefähr bis 14 Uhr ging). Sicherheitshalber hatten wir reserviert – was sich als überflüssig herausstellte. Im großen, einfach eingerichteten Gastraum fanden sich noch genügend Sitzplätze. Man sitzt dort an ca. 3 m langen, schmalen Tischen mit Sitzbänken  – was völlig okay ist und zum Stil des Hauses passt.

Schnell war der Service zur Stelle und wir konnten schon mal unsere Getränkebestellung aufgeben – schließlich war der Durst kaum geringer als der Hunger. Die Speisekarte nahm man allerdings gleich wieder mit und erst unser dezenter Protest erlaubte uns dann einen Blick auf dieselbe. Die Karte ist übersichtlich und nicht überladen. Zwei Suppen und neun kleine Gerichte – von der Ofenkartoffel mit Kräuterschmand, Handkäs‘ mit Musik, Frankfurter grüne Soße bis zum hausgemachten Flammkuchen reicht das Repertoire -, drei Salate und sieben Fleischgerichte (Spareribs, verschiedene Schnitzel, Rumpsteak und Rinderfilet), ließen hoffen, dass alles frisch zubereitet wird. Zusätzlich gibt es von Mittwoch bis Sonntag Thementage, wie z.B. den Schnitzeltag am Donnerstag oder das schon erwähnte Familienbrunch am Sonntag.

Wir entschieden uns für ein Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln und ein original Wiener Schnitzel vom Kalb mit Pommes frites. Das Essen kam zügig, aber der Salat enttäuschte. Nicht mehr ganz frisch und mit einigen braunen Stellen, die nicht vom – durchaus guten – Balsamicodressing stammten, war das nicht mehr Mittelmaß. Die Schnitzel wetzten die Scharte dann wieder etwas aus. Beide Schnitzel waren von üppiger Größe, in der Pfanne gebraten und gut gemacht. Die Pommes sahen aus wie selbst geschnitten (und schmeckten hervorragend).

Im Gegensatz zu den Bratkartoffeln. Sowas hatte ich auch noch nicht gesehen: Zentimeterdicke Scheiben ungeschälter Kartoffeln (ich hätte problemlos aus jeder Scheibe drei schneiden können, man sieht die Brocken unter auf dem Foto), fetttriefend und weich – kein Genuss, zumal sie ohne Speck und Zwiebeln gebraten wurden. Immerhin, die Jägersoße war wohl nicht mit Dosenchampignons gemacht worden, schmeckte ansonsten aber verdächtig nach Convenience-Food. Alles in allem war das Essen ganz okay. Preislich hielt es sich ebenfalls im Rahmen, so kostete das Jägerschnitzer mit einer Beilage nach Wahl 11,50 €, das Wiener Schnitzel 14,50 €, das 0,5er-Bier (egal ob Pils oder Hefeweizen) 3,50 €. Nur der doppelte Espresse fiel mit üppigen 4 € aus dem Rahmen.

Fazit: Für Familien mit Kindern, die mit dem Auto anreisen, ist das Base Taunatours eine Empfehlung wert. Die Kinder können sich austoben. Preislich hält sich das Ganze im familienfreundlichen Rahmen. Alle anderen Zielgruppen finden in der näheren Umgebung angenehmere Lokalitäten mit vergleichbaren Preisen und besserer Erreichbarkeit auch ohne Auto.

Erlebnisgastronomie Taunatours Base

Königsteiner Straße 13
61389 Schmitten-Oberreifenberg
Telefon: 0 60 82 / 9241-0
Telefax: 0 60 82 / 9241-30
E-Mail: info@tauna-tours.de
Webseite: www.tauna-tours.de
Die Öffnungszeiten variieren, bitte hier nachlesen

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.
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Gargantua 10:29