So kochte man in den 70erjahren: Chinesische Lauchpfanne

Vor 30 Jahren war die Zubereitung eines asiatischen Gerichts noch ein Wagnis für die Hausfrau. Es gab zum einen nicht die Zutaten und Gewürze zu kaufen, zum anderen konnte frau sich nicht sicher sein, wie die Familie auf die ungewohnte Nahrung reagiert. Mit heftigem Durchfall war zu rechnen, auch wenn niemand so genau wusste, warum eigentlich.

Sojasoße gab es eigentlich nur eine Sorte zu kaufen: die japanische Kikkoman, die mit chinesischer Sojasoße so viel zu tun hat wie Robin Hood mit dem Schwarzwald. Zwar wird sie auch aus Sojabohnen gemacht, ist vom Geschmack her aber sehr mild und viel säuerlicher als die chinesischen Kollegen. Auch verwendet wurde ein „China-Gewürz“. Das gibt es auch heute noch zu kaufen und hat einen eher China-untypischen Curry-Geruch. Ob zum marinieren des Fleisches damals schon Sherry verwendet wurde, kann ich nicht mehr sagen. Mir erschien es aber als angebracht, weil es ein schönes Aroma gibt und das Fleisch zart macht. Aber erst einmal auf Anfang:

Zutaten für 4 Personen
  • ca. 300 g mageres Schweineschnitzel
  • 1 EL Sherry
  • 3 EL Kikkoman Sojasoße
  • schwarzer Pfeffer
  • Knoblauch
  • 3 dicke Stangen Lauch
  • 1 Glas oder Dose Keimsprossen (Soja- oder Mungosprossen)
  • Öl zum Pfannenrühren
  • Salz
  • Chinagewürz
  • Kikkoman Sojasoße zum Abschmecken

Zubereitung

Das Schnitzelfleisch kalt abspülen und trocken tupfen. In feine Streifen schneiden und mit Sherry, Sojasoße, Pfeffer und etwas gepresstem Knoblauch mischen. Mindestens 1/2 Stunde marinieren lassen.

In der Zwischenzeit die Lauchstangen putzen, längs halbieren und gründlich waschen. In sehr feine Halbringe schneiden (2 mm). Man kann übrigens noch eine kleine grüne scharfe Chilischote mit kleinschneiden.

Öl in einem Wok erhitzen. Fleisch in einem Sieb abtropfen lassen, Marinade auffangen. Die Streifen portionsweise kurz anbraten. Sie sollen nur die Farbe verlieren. Später werden sie unter das heiße Gemüse gemischt und garen dabei fertig, ohne zäh zu werden. Wenn man mit dem Fleisch durch ist, die Lauchstreifen in den Wok geben und leicht salzen. Ca. 10 Minuten pfannenrühren, bis er allmählich eine bräunliche Farbe annimmt (aber nicht rösten lassen, er soll nur weich und gar werden). Die Sprossen untermischen und mit erhitzen. Kräftig Chinagewürz einstreuen. Das Fleisch einrühren, die Marinade unterrühren und alles mit Sojasoße kräftig abschmecken. Nach Geschmack kann man noch etwas Wasser dazugeben. Mit Jasminreis servieren.

Nachtrag

Der große Rest Reis und Lauchpfanne ließ sich auch tags drauf sehr gut verarbeiten. In einem Wok habe ich klein gewürfelte Zwiebel in etwas Butterschmalz angebraten, den kalten, gekochten Reis dazugegeben und unter Rühren erhitzt. Dann habe ich den Rest Lauchpfanne dazugegeben und auch gut erhitzt. Ein paar geviertelte Cherrytomaten und ein dünnes Omelett aus einem Ei mit etwas Sojasoße, in Streifen geschnitten, kamen noch dazu und ergaben nochmal ein komplettes Essen. Sehr lecker.

Hat die „Lotta“ erfunden. Kocht täglich. Steht vor allem auf asiatische Küche und Hausmannskost. Mag keine Tiefkühlprodukte und keine Bandnudeln. Isst alles außer …
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0 Kommentare zu “So kochte man in den 70erjahren: Chinesische Lauchpfanne

  1. Das mit dem Sherry liest man heute immer noch oft in Rezepten. Und die wenigsten kennen die unterschiedlichen Sojasaucen…

    Es hat sich etwas getan, aber noch nicht bei allen, will ich damit sagen. 😉

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So kochte man in den 70erjahren: Chinesische Lauchpfanne

Martina 13:55