Tilapiafilet mit Pinien-Kokosreis an Orangensoße – das kulinarische Desaster

Beim kürzlich neu eröffneten Edeka-Center gab es Tilapiafilet im Angebot. Und dazu fand ich dieses Rezept. Das hat mir gefallen, auch wenn ich etwas verwundert ob der Pinienkerne im Kokosreis war. Aber gut, probieren geht über studieren. Bei der Beschreibung der Zubereitung holperte das Rezept allerdings ganz schön. So vergaß der Autor die Verwendung der Pinienkerne nach dem Rösten zu beschreiben (okay, anhand des Rezepttitels konnte ich mir schon denken, dass sie früher oder später in den Reis sollten ;-)). Und auch die richtige Verwendung von Stärke zum Binden der Soße schien ihm eher unbekannt zu sein:

 Soße mit der Stärke andicken (wenn es klumpt ggf. durch ein Sieb gegeben).

Da wird wohl die Stärke einfach in die heiße Soße gerührt – klar, dass es dann klumpt. Und auch die Verwendung der Orange mutet seltsam an:

Orange schneiden und in kleinen Stücken dazugeben (2 Streifen überlassen). Bei kleiner Hitze bis zum Essen kochen lassen. Gelegentlich umrühren.

Gemeint ist wohl, die Orange zu filetieren. Und meiner Meinung nach reicht es, die Filets noch zwei Minuten mitzugaren – nicht 20 wie im Original.

Nun, nach gründlicher Überarbeitung des Rezeptes ging dann alles gut von der Hand und das Ergebnis sah auch ganz überzeugend aus. Die Soße war ausgesprochen lecker (ich hatte noch etwas Zucker und eine Prise gemahlenen Zimt dazugegeben) und der Fisch war innen zart und saftig.

Aber dann… der erste Bissen vom Fisch… ein ekliger, muffiger Geschmack – unessbar! Ich dachte zuerst es lag an der Panade, vielleicht eine gammlige Erdnuss. Also probierte ich ein Stück aus dem mittleren Teil des Filets und entfernte dort die Panade. Aber das Ergebnis war das gleiche. Der Fisch war ungenießbar! Und so wurde aus dem geplanten üppigen Fischessen unfreiwillig ein vegetarisches Diätessen: Kokosreis ohne Tilapiafilet mit Orangensoße. 🙁

Tilapiafilet mit Pinien-Kokosreis und Orangensoße

Zutaten
  • 400 g Tilapiafilet
  • 20 g Erdnüsse, fein gehackt
  • 2 EL Mehl
  • Erdnussöl zum Braten
  • 250 g Basmatireis
  • 100 ml Wasser
  • 400 ml Kokosmilch
  • 20 g Pinienkerne
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Kokosmilch
  • 2 Orangen
  • 1 TL Speisestärke
  • Salz und Pfeffer
  • Paprikapulver
  • 1 TL Currypulver
  • 1 Stängel frisches Zitronengras (oder 1/2 TL gemahlenes)
  • Kurkuma
  • 1 TL Zucker
  • 1/2 TL Zimt

Portionen: 2
Zubereitungszeit: 30 Minuten

Zubereitung

Reis abspülen und mit Wasser und Kokosmilch nach Packungsanweisung kochen. Währenddessen die Pinienkerne kurz in einer Pfanne ohne Öl anrösten und zur Seite stellen. Wenn der Reis gar ist, die Pinienkerne unterrühren.

Eine Orange auspressen, die zweite filetieren. Brühe, Orangensaft und Kokosmilch zusammen aufkochen. Mit Curry, Kurkuma, Zitronengras, Pfeffer, Zimt und Paprika würzen. 10 Minuten köcheln lassen und mit Salz und Zucker abschmecken. Die Stärke mit etwas Kokosmilch glattrühren und die Soße damit binden. Zwei Minuten bevor der Fisch fertig ist, die Orangenfilets dazugeben und bei kleinster Hitze ziehen lassen.

Währendessen  den Fisch salzen, pfeffern und mit einer Mischung aus Mehl und fein gehackten Erdnüssen panieren. In einer Pfanne mit etwas Erdnussöl bei mittlere Hitze von beiden Seiten insgesamt ca. 5-7 Minuten braten.

Den Fisch mit dem Kokosreis und der Orangensoße servieren.

Notiz

Die Pinienkerne muss ich nicht im Kokosreis haben. Da nehme ich lieber gehackte und angeröstete Mandeln.

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
Print Friendly, PDF & Email

0 Kommentare zu “Tilapiafilet mit Pinien-Kokosreis an Orangensoße – das kulinarische Desaster

  1. Ich kenne Tilapia nur aus der Dose … Greenpeace nennt Kauf und Verzehr natürlich kritisch, aber wartet auch mit interessanten Erkenntnissen auf:

    Pangasius-Welse aus Vietnam kommen verstärkt in die EU, seit die USA den Import auf Druck heimischer Welszüchter verbieten. Meist werden die Fische auf gefluteten Reisfeldern zur Selbstversorgung gehalten. Tilapien, bei uns noch weniger bekannt, werden oft in China und Taiwan gezüchtet. […]Die Zucht der anspruchslosen Vegetarier gilt vielerorts als Modell für nachhaltige Aquakultur. Allerdings verdrängen ausgebüchste Tilapien in Asien andere Arten. Wegen der weiten Transportwege Frostfisch wählen – er kommt nicht mit dem Flugzeug, sondern per Schiff zu uns.

    Ein Wels also. Na gut, Süßwasserfische können öfter mal etwas strenger schmecken, da haste möglicherweise einfach Pech gehabt.

  2. Ja, ich glaube auch, dass ich einfach nur Pech hatte mit meinem Fisch. An der Fischtheke lag es wohl nicht. Das Filet roch nämlich ganz frisch, besser gesagt es roch praktisch gar nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Tilapiafilet mit Pinien-Kokosreis an Orangensoße – das kulinarische Desaster

Jürgen 12:25