Huhn Marengo – essen wie ein (künftiger) Kaiser

Einer Legende nach wurde dieses Gericht von Napoleon Bonapartes (dem späteren Kaiser der Franzosen) Küchenchef Dunant nach der Schlacht bei Marengo erfunden. Ob es tatsächlich so war, dass den Österreichern – die die Schlacht schon fast gewonnen hatten, letztendlich dann aber doch verloren – der französischen Proviant in die Hände fiel und ausgeschickte französiche Soldaten später ein Sammelsurium verschiedener Lebensmittel besorgt hatten, aus denen Dunant dieses Gericht bereitete? Oder ob es von einer Wirtin in einem Gasthof in der Gegend serviert wurde? Das wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Ganz sicher dürfte diese Version des Gerichtes aber nicht mehr viel mit der ursprünglichen zu tun haben. Macht aber nichts, es ist auf jeden Fall ein leckeres Rezept. Ob man dazu Reis oder Nudeln oder einfach nur Baguette serviert, ist Geschmackssache. Mir hat es jedenfalls mit Nudeln gut gefallen. Anstelle von Hähnchenbrustfilet kann ich mir auch sehr gut Keulen oder Bruststücke mit Knochen vorstellen. Dann verlängert sich allerdings die Garzeit im Ofen um ca. 10 bis 15 Minuten.

Hühnchen Marengo

Hühnchen Marengo

Zutaten
  • 2 Hühnerbrüste (ca. 350 g) mit Haut (ohne Haut geht auch)
  • 125 g Garnelen oder Flusskrebse
  • 1 mittelgroße Möhre
  • 50 g Sellerie
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Tomaten
  • 40 ml Weinbrand oder Cognac
  • 100 ml trockener Weisswein
  • 100 ml Hühnerbrühe oder Kalbsfond
  • 2 EL Butter
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml Crème fraîche
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Pfefferkörner
  • 1 Gewürznelke
  • einige Blätter Petersilie und Estragon
  • Pfeffer, Salz
  • Prise Zucker
  • 1/2 Zitrone

Portionen: 2
Zubereitungszeit: 35 Minuten

Zubereitung

Eventuell vorhandenes Fett und Sehnen von den Hühnerbrüste wegschneiden. Schalotten, Sellerie und Möhren schälen und in feine Würfelchen schneiden. Tomaten in Würfel schneiden, die Knoblauchzehe andrücken.

Die Brustfilets pfeffern und von beiden Seiten in 1 EL Butter zusammen mit den Gemüsewürfeln bei milder Hitze unter mehrmaligem Wenden ca. 8 Minuten anbraten. Salzen, in Alufolie einwickeln und im auf 100 Grad vorgeheizten Backofen  ca. 10 Minuten fertig garen.

In der Zwischenzeit die Garnelen in wenig Butter von jeder Seite 1 Minute anbraten und beiseite stellen.

Den Cognac zusammen mit dem Weisswein angießen und den Bratensatz unter Rühren lösen. Etwas einkochen lassen, dann die Tomaten, Tomatenmark, Lorbeerblatt, Nelke und Pfefferkörner sowie die angedrückte Knoblauchzehe zugeben und auf noch etwas reduzieren. Die Brühe dazugießen und weitere 5 Minuten einköcheln lassen. Durch ein Sieb passieren  und mit der Crème fraîche sowie kalter Butter binden.

Die so entstandene Soße mit Salz, Pfeffer, Zucker und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken, die Garnelen zugeben und erwärmen. Zum Schluss die gehackten Estragon- und Petersilienblättchen unterrühren.

Die Hühnerbrüste schräg – gegen die Faser – in Scheiben schneiden, fächerförmig anrichten und mit der Soße nappieren.

Dazu passt körniger Langkornreis (bitte kein Basmatireis), schmale Bandnudeln oder Baguette, sowie ein schöner Chardonnay.

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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