Das längste Gulasch: Paprikagulasch aus dem Ofen

Foto: Paprikagulasch aus dem Ofen

Paprikagulasch aus dem Ofen

Es gibt Tage, da will mir einfach nichts einfallen, was ich kochen könnte – oder ich sitze vor der Planung für die nächsten Tage und es gibt noch eine Planungslücke. Dann blättere ich entweder in einem Kochbuch oder – immer öfter – in einem der zahlreichen Blogs aus Frau Lottas Blogroll. Meistens kommt dann recht schnell eine Inspiration – vor allem wenn es appetitliche Fotos zu den Rezepten gibt. 😉 Diesesmal kam die Inspiration allerdings per Twitter- in Form eines Hinweises von @nele_we auf ein neu entdecktes Kochblog: Cucina e Passione. Leckere Fotos machen Appetit sich dort etwas näher umzuschauen. Das Blog ist noch vergleichsweise jung (der erste Eintrag stammt aus dem Juli  2012) und daher ist die Zahl der Rezepte noch recht übersichtlich. Aber es sind sehr schöne Rezepte dabei. Und als ich beim Durchblättern auf das „Pikante Paprikagulasch“ kam, hätte ich das am liebsten sofort gekocht. Aber das ist absolut kein Rezept für spontanes Nachkochen. Die Garzeit ist mit zwölf Stunden angegeben. So was kann ich wochentags natürlich nicht machen, und so habe ich es für den Sonntag eingeplant. Allerdings gab es beim Nachkochen ein Problem: Mein Backofen schafft so tiefe Temperaturen nicht. Auf niedrigster Stufe steigt die Temparatur auf 140 Grad. Macht aber nichts, die Garzeit verkürzt sich dadurch auf ca. 6 Stunden und das Gulasch wurde trotzdem unglaublich zart, saftig und schmackhaft. Die im Originalrezept angegebene Menge Rinderfond habe ich nicht gebraucht. Ich nehme an, das lag an der kürzeren Garzeit. Daher habe ich meine abgewandelten Zeiten und Mengen in eckige Klammern geschrieben. Übrigens: auch bei diesem Rezept wird das Fleisch nicht angebraten! Das hatte ich früher eigentlich immer gemacht. Das erstemal nicht mehr bei diesem Rinderragout nach Jamie Oliver.

Zutaten
  • 500 g Gulaschfleisch (möglichst Rinderwade)
  • 2 Rinderbeinscheiben mit möglichst viel Mark (ca. 500 g)
  • 5 mittelgroße Gemüsezwiebeln (ca. 500 g)
  • 5 – 8 Knoblauchzehen [ich habe 8 genommen]
  • 2 EL Butterschmalz
  • 100 ml Rotwein
  • 1 l Rinderfond [bei mir genügten 750 ml]
  • 3 EL Tomatenmark
  • 3 EL Rotweinessig
  • 50 g Paprika, edelsüß
  • 2 Chillischoten
  • 3 Lorbeerblätter
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz

Portionen: 4
Zubereitungszeit: 6 1/2 bis 12 1/2 Stunden

 Zubereitung

Das Fleisch der Rinderbeinscheiben von den Knochen schneiden, allzu dicke Fettstücke entfernen und ebenso wie das übrige Gulaschfleisch in mundgerechte Stücke schneiden.

Jetzt ist es an der Zeit den Backofen vorzuheizen: auf 220 Grad (Gas Stufe 6)

Während der Ofen vorheizt, die Zwiebeln schälen und grob würfeln. Die Knoblauchzehen pellen und sehr fein hacken. In einem Bräter oder großen Topf das Butterschmalz auf mittlerer Flamme erhitzen und die Zwiebeln darin ca. 15 Minuten dünsten, bis sie goldbraun werden. Dann den Knoblauch zugeben und noch 2-3 Minuten weiter  dünsten. Dabei ständig rühren, der Knoblauch darf auf keinen Fall zu dunkel werden, sonst wird er bitter! Mit dem Rotwein ablöschen und diesen fast vollständig verkochen lassen.

In der Zwischenzeit den Fond [ich habe nur einen dreiviertel Liter genommen), das Tomatenmark, den Essig und das Paprikapulver miteinander verrühren und die Mischung, sobald der Rotwein fast verkocht ist, in den Topf geben. Das Fleisch und die Markknochen gleichmäßig darin verteilen – wenn möglich sollte alles fast mit Flüssigkeit bedeckt sein. Die Chillischoten halbieren, entkernen in feine Streifen schneiden und zusammen mit den Lorbeerblättern, Pfeffer und Salz (nicht zu viel, lieber später nochmal nachsalzen) zum Fleisch geben.

Den Deckel auflegen und den Topf auf die unterste Schiene in den Backofen stellen. Die Temperatur auf  100 Grad [bei mir waren es wie gesagt 140 Grad] und das Gulasch ca. 12 Stunden [bei 140 Grad sechs Stunden] garen. Ab und zu nachschauen, ob die Flüssigkeit zu stark verkocht ist. Dann etwas Brühe nachgießen. Brauchte ich allerdings nicht und am Ende war die Soße sogar noch etwas zu dünn. Ich habe daher die letzte halbe Stunde den Deckel abgenommen. Dann war die Soße perfekt. Das Gulasch mit Salz, Pfeffer und ggf. noch etwas gemahlener Chili abschmecken und servieren.

Gulasch läßt sich übrigens prima auf Vorrat kochen und einfrieren. Es gewinnt beim Aufwärmen sogar noch!

Als Beilagen passen Salzkartoffeln, Nudeln, Kartoffelpürree, Kartoffel- oder Semmelklöße und als Getränk ein kräftiger Rotwein oder ein kühles Bier.

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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Das längste Gulasch: Paprikagulasch aus dem Ofen

Jürgen 13:28