Berner Geschnetzeltes

Ach je, gestern blieb bei mir dann auch die Küche kalt und jeglicher Appetit aus. Da wird mir hier in Zukunft was fehlen. Wer kümmert sich künftig um die Spargelköpfe?  Wer vernichtet die Reste, die die Zweibeiner verschmähen? Wer treibt beim Rezepteschreiben seinen Schabernack? Wer frisst jetzt die heruntergefallenen Garnelen?

Du bleibst in meiner Erinnerung.

Heute forderte dann der Hunger seinen Tribut und eine Packung Schweinefleisch im Kühlschrank gab die Hauptzutat vor. Nach kurzem Suchen entschied ich mich für Geschnetzeltes. Züricher Geschnetzeltes kennt wohl jeder, aber Berner Geschnetzeltes? Das Rezept, das ich ausgegraben hatte, stammt wohl aus einer Großküche. Anders sind Mengenangaben wie „12 kg Schweinefleisch“ oder „500 g Mehl mit Wasser angerührt“ jedenfalls nicht zu erklären. Da ich nicht für eine Kompanie kochen wollte, habe ich das Rezept auf haushaltsübliche Portionen reduziert.

Dieses Geschnetzelte ist deutlich kräftiger im Geschmack als die Züricher Variante. Man sollte daher unbedingt auch die kräftiger schmeckenden braunen Champignons nehmen. Als Beilage drängen sich natürlich Rösti auf. Ich habe allerdings lieber Kartoffelbrei gemacht.

Zutaten
  • 400 g Schweinefleisch
  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Karotte
  • 50 g Knollensellerie
  • 2 EL Tomatenmark
  • 150 ml Rotwein
  • 300 ml Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 200 g Champignons
  • 100 g Frühstücksspeck (in Streifen)
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Msp. gemahlene Nelken
  • 1 EL Paprika, edelsüß
  • 2 Zweige Thymian
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 EL Speisestärke

Portionen: 4
Zubereitungszeit: 75 Minuten

Zubereitung

Das Fleisch in Streifen schneiden, portionsweise im Butterschmalz anbraten und herausnehmen.

Zwiebeln, Karotten und Sellerie fein würfeln, Knoblauch hacken. Zuerst die Zwiebeln und den Knoblauch, dann das Gemüse im gleichen Fett anbraten, in dem auch das Fleisch war. Tomatenmark zugeben, mit dem Rotwein und wenig Brühe ablöschen und aufkochen. Mit dem Pürierstab schön fein pürieren. Die restliche Brühe, das Fleisch und die Gewürze zugeben und aufkochen.

Das Fleisch abgedeckt weiterschmoren lassen (insgesamt 1 Stunde). Nach Bedarf etwas Flüssigkeit ergänzen.

Die Champignons und den in dünne Streifen geschnittenen Frühstücksspeck anbraten und eine halbe Stunde vor dem Ende der Garzeit zu dem Geschnetzelten geben. Die Speisestärke mit etwas Wasser anrühren und die Soße damit abbinden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gehackte Petersilie zugeben.

Dazu passen Rösti, Salzkartoffeln oder Kartoffelbrei – und ein Glas von dem Rotwein, der auch in das Geschnetzelte kam (also bitte nicht den allerbilligsten nehmen 😉 ).

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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0 Kommentare zu “Berner Geschnetzeltes

  1. Das mit dem Herdöpfelstock hast Du gut gemacht, denke ich, denn Rösti gibt’s schon immer zur nobleren Variante aus Zürich; mit dem Rotwein schmeckt die Sauce vermutlich saugut zum Schwein.

  2. Eine Stunde Garzeit wäre mir wahrscheinlich zu kurz, da schmeckt mir das Fleisch noch zu „schweinisch“ (oder Rind zu … äh …öhm). An sich ist das ja ein Rezept, das man mit fast allem Fleisch machen kann, ach, eigentlich mit allem. Lammragout mache ich so und auch Wildgulasch (bei letzterem dann noch mit Wacholderbeeren), auch Huhn kann man so zubereiten.

  3. @Houdini: ja, die Soße war ausgesprochen gut… und reichlich (ganz wichtig wenn es Kartoffelbrei gibt 😉 )

    @Martina: eine Stunde ist wirklich die untere Grenze. Ich fand’s da schon gut. Bei Rind hätte die Garzeit natürlich länger sein müssen… mindestens um eine halbe Stunde.

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Berner Geschnetzeltes

Jürgen 21:05