Fertiggerichte aus der Hölle: Schweine-Rahm-Geschnetzeltes vom Edeka

Fertiggericht Schweine-Rahm-Geschnetzeltes vom Edeka

Fertiggericht Schweine-Rahm-Geschnetzeltes vom Edeka

Wenn es Abends mal zu spät wird, um noch etwas zu kochen, habe ich verschiedene Optionen. Oft weiß ich es vorher oder kann es doch zumindest absehen, dann versuche ich etwas vorzukochen. Suppen, Eintöpfe, Currys, Pastasoßen – alles prima geeignet, um es auf Vorrat zu kochen. Das ist schnell aufgewärmt und bestenfalls muss ich noch frischen Reis oder Nudeln dazu machen. Und wenn der Vorrat etwas länger gelagert werden soll, lassen sich diese Gerichte auch gut einfrieren. Manchmal wird es aber auch ungeplant spät – meistens weil ein Kundentermin oder ein Meeting länger dauert als geplant oder ein Stau oder eine Verspätung der Bahn dafür sorgen. Dann gibt es in der Regel etwas aus der Rubrik „schnelle Küche“. Ab und zu kommt es allerdings vor, dass ich so gar keine Lust mehr habe, mich noch in die Küche zu stellen – nicht einmal für eines der schnellsten Gerichte aus meinem Repertoire: Spaghetti Aglio, Oglio et Pepperoncini. Das ist dann einer der seltenen Tage, wo ich zum Fertiggericht greife. Vorrätig habe ich sowas praktisch nie. Aber mittlerweile haben viele Supermärkte ja bis 22 oder sogar 24 Uhr geöffnet – so auch der Edeka bei mir in der Nähe. Ein kurzer Abstecher auf dem Heimweg und dann landet in der Regel eine Fertigpizza oder ein Frosta-Gericht  in meinem Einkaufskorb. Das sind für mich einige der wenigen Fertiggeriche, die ich essbar finde. Gelegentlich überkommt es mich aber und ich muss ein neues Gericht ausprobieren. Das letzte Mal waren es im vergangenen März die Capelloni von Hilcona.

Diesesmal kam es schlimmer. Meine Wahl fiel auf eine Packung Schweine-Rahm-Geschnetzeltes der Edeka-Hausmarke. Das Bild auf der Verpackung sah recht lecker aus: Schöne, braun gebratene Schweinefleischstreifen mit einer Champignon-Rahm-Soße und Spätzle.

Nach dem Erwärmen in der Mikrowelle sah das Ergebnis dann irgendwie aber etwas anders aus, als auf der Verpackung. Die Spätzle gingen ja noch aber die Fleischstreifen, waren doch ziemlich fitzelig und die Champignons waren nur mit Mühe in der Unmenge Soße zu finden.

Fertiggericht Schweine-Rahm-Geschnetzeltes vom Edeka (gegart)

Fertiggericht Schweine-Rahm-Geschnetzeltes vom Edeka (gegart)

Ich hab mich dann bemüht, das Ganze einigermaßen nett auf dem Teller anzurichten – was allerdings nur von mäßigem Erfolg gekrönt war, wie man auf dem folgende Foto sehen kann.

Fertiggericht Schweine-Rahm-Geschnetzeltes vom Edeka (angerichtet)

Fertiggericht Schweine-Rahm-Geschnetzeltes vom Edeka (angerichtet)

Dann kam der große Augenblick: die Verkostung. Um es kurz zu machen, es ist eine einzige Geschmackskatastrophe. Das Fleisch ist weich und verkocht (mal abgesehen davon, dass 22% – rund 90 g – nicht gerade üppig sind), die Spätzle labberig und geschmacksneutral und die Rahmsoße scheußlich. Laut Packungsangaben enthielt das Gericht 8% (des Gesamtgewichts) an Sahne – was ja schonmal eine Grundlage wäre. Aber dann folgt in der Zutatenliste nach 6% Champignons (kein Wunder, dass die kaum zu finden waren, das sind ja gerademal 25 g), auch schon bald „jodiertes Speisesalz“, gefolgt von „Aroma (enthält Soja)“ und erst ziemlich am Ende der Zutatenliste fanden sich dann auch mal geschmacksgebende Substanzen wie Gewürze, Kräuter oder Weißwein (fast an letzter Stelle, das dosieren die wohl mit der Pipette). Geschmacklich trugen sie zu der salzigen, nach Fertigwürze schmeckenden „Rahm-Soße“ nichts bei und hätten ebenso gut unter „Kann Spuren von … enthalten“ stehen können, wo die Allergene aufgeführt sind. Nein, das war wirklich unsäglich und wird – ebenso wie alle anderen Produkte aus dieser Edeka-Fertiggerichte-Reihe – von meinem Einkaufszettel verbannt…. für immer!

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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0 Kommentare zu “Fertiggerichte aus der Hölle: Schweine-Rahm-Geschnetzeltes vom Edeka

  1. Ich lese ja immer(!) die Zutatenverzeichnisse vorher 😉

    Danke für das mutige Testen, als Blogger nimmt man ja allerhand auf sich, ich schicke ’ne Runde Mitleid

  2. Ach Mensch, Jürgen, dabei ist das ganze doch SousVide gegart
    Ehrlich, ärgert man sich dann nicht, dass man sich nicht doch ein „einfach“ gutes Brot gemacht hat?

    Vielleicht hättest Du auch die Limettenscheibe noch auf den Teller legen sollen. Oder den Rosmarinzweig. Immerhin hat sich der Foodfotograph dabei so immense Mühe gegeben, dass der Zweig nicht mal irgendwo endet, sondern sogar schweben kann.

    Ein Mysterium – genauso, wie die Zusammensetzung des Gerichts.

    Danke für Deinen Bericht, ich habe ihn schmunzelnd gelesen.
    Obwohl es ja fast schon ein Krimi ist und ich das Ende vorausgeahnt habe, hat es der Spannung (vor allem in der Magengegend) keinen Abbruch getan.

    Viele Grüße und gedrückte Daumen für das nächste leckere Abendbrot,
    Misstery

  3. @Misstery: Och nö, bereut habe ich das jetzt nicht. Wenn ich’s nicht probiere, weiß ich ja nicht wie’s schmeckt. Die Limettenscheibe und den Rosmarinschnippsel hatte ich natürlich vergessen. Das war bestimmt der Grund, dass es so besch…eiden geschmeckt hat. 😉
    Ärgerlich finde ich immer wieder, was für ein Mist da so produziert wird. Kann mir doch keiner erzählen, dass es irgendjemanden gibt, der das wirklich lecker findet.

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Jürgen 14:43