Szekler Gulasch

Eigentlich ist dieses Rezept eine Variante des Szegediner Gulasch, aber es heißt anders. Warum weiß ich auch nicht zu sagen. Das Schöne an dem Rezept ist, dass es so wenig Arbeit macht. Was nicht bedeutet, dass es auch ein schnelles Rezept ist – im Gegenteil, es gehört zu den eher langwierigen. Unter zwei Stunden ist es kaum zu schaffen. Mein normales Rezept von Szegediner Gulasch geht etwas anders. Da ist zum Beispiel Kümmel drin, dafür aber kein Paprikamark – letzteres hab ich hier übrigens durch mein selbstgemachtes Ajvar ersetzt… was dem Gericht eine pikante Note gibt.

Zutaten
  • 500 g gemischtes Gulasch (Rind & Schwein, nur Schwein geht aber auch)
  • 2 EL Schweineschmalz oder Butterschmalz
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 TL Paprika, rosenscharf
  • 2 EL Paprikamark
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250 ml Rinderbrühe
  • Salz, Pfeffer
  • 350 g Sauerkraut
  • 1 EL Mehl
  • 150 g Schmand oder saure Sahne

Portionen: 2
Zubereitungszeit: 2 Stunden

Zubereitung

Das Gulasch portionsweise im Schweineschmalz rundum braun anbraten, salzen und pfeffern. Die Zwiebeln in halbe Ringe schneiden, den Knoblauch fein würfeln. Beides zum Gulasch geben und glasig dünsten. Paprika, Lorbeerblatt und Paprikamark dazugeben und kurz mit anschwitzen. Die Brühe angießen und das Gulasch zugedeckt ca. 40 Min. auf kleiner Flamme schmoren. Das Sauerkraut grob hacken, zum Gulasch geben und ca. 1 Stunde weitergaren bis das Fleisch schön mürbe ist. Vor dem Servieren das Lorbeerblatt herausnehmen. Den Schmand mit dem Mehl verrühren, unter das Gulasch mischen,  noch einmal abschmecken und noch kurz ziehen lassen.

Dazu passt am besten Kartoffelbrei.

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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0 Kommentare zu “Szekler Gulasch

  1. das szekler gulasch kommt aus der stadt szekl in ungarn, darum heißt es auch so und nicht wie oft falsch bezeichnet szegediner gulasch, das es in wirklichkeit nicht gibt. jederzeit nachzufragen in ungarn. aber egal, es ist schmackhaft und gesund, speziell dann, wenn man das sauerkraut etwas später zugibt und nicht totkocht.

  2. Szegediner- und Szekler-Gulasch ist die eingedeutschte Bezeichnung für dasselbe Gericht!

    Die mit Sauerkraut aber auch frischem, mitgekochten Weißkraut verlängerte ungarische traditionelle Suppe Gulyás war als Krautgulasch Káposztagulyás schon bei den Pannoniern bekannt und verbreitet. Doch erst in der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie wurde das Gericht unter dem Namen Szegediner-Gulasch, ungarisch: Székelykáposzta oder Székelygulyás über das Pannonische Becken hinaus bekannt.
    Der Name geht auf den ungarischen Schriftsteller und Journalisten József Székely (* 1. März 1825; † 16. September 1895) zurück, der das Gericht in seinen Veröffentlichungen beschrieb, als er es bei einem Gastwirt in Pest seinem späteren Stammlokal aus einer Verlegenheitssituation heraus erstmals gereicht bekam. Der Nationaldichter Sándor Petőfi hat diese Geschichte bekannt gemacht und dem Gericht auch den Namen Székelygulyás gegeben.
    Mit der Verbreitung der Speise – oft durch das Militär – im deutschsprachigen Raum der K. u. K.-Monarchie aber auch in Bayern, Franken oder dem deutschsprachigen Siebenbürgen fand merkwürdiger weise eine fälschliche Rückübersetzung / Eindeutschung des Gerichtes in Szekler-Gulasch in der Annahme statt, dass die Bezeichnung auf die in Siebenbürgen ansässige ungarische Volksgruppe der Szekler Székely oder auf das historische Szekler-Land Székelyföld in Siebenbürgen im heutigen Rumänien beruht.
    Nährstoff fand diese Annahme durch den so genannten Österreichisch-Ungarischen Ausgleich ab 1867 und der Wiedereingliederung Siebenbürgens und der Szekler in das Königreich Ungarn. Im heutigen österreichischen Bundesland Burgenland, dem ehemaligen Deutsch-Westungarn herrschte dagegen immer und bis heute die Bezeichnung Szegediner Gulasch vor.
    Gänzlich falsch ist indes, dass die Speise etwas mit einem Ort Szekl oder der ungarischen Großstadt Szeged (auf deutsch Szegedin) gemein hat. Dies ist lediglich eine phonetische Ähnlichkeit.
    Obwohl auch nach dem Zweiten Weltkrieg in den Randgebieten der BRD zur Tschechoslowakei und Österreich und darüber hinaus das Gericht regional mit unterschiedlicher Gewichtung sowohl mit Szegediner- als auch Szekler Gulasch bezeichnet wurde, hatte sich dort immer mehr der falsche Name Szekler Gulasch durchgesetzt, da Szegediner Gulasch plötzlich nach Ostblock und Sozialismus klang. Dies scheint bis heute noch teilweise anzuhalten.

    Viele Grüße vom Onkel Detlef

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Szekler Gulasch

Jürgen 20:47