Kushari: Das letze (Topf-)Aufgebot für ägyptisches Fast-Food

Ägyptisches Fast-Food Kushari (oder auch Koshari)

Kennen gelernt habe ich Kushari vor Jahren, als ich das Rezept sozusagen als Urlaubsmitbringsel von einer Ägyptenreisenden bekam. Man bekommt es dort wohl als Fast-Food an jeder Ecke, so wie bei uns Döner oder Pizza. Kushari ist ein sehr leckeres, vegetarisches Gericht. Vor allem in der kalten Jahreszeit esse ich das sehr gerne. Es ist eigentlich auch nicht sehr aufwändig, aber man braucht entweder viel Zeit oder viele Töpfe. Mit „viel Zeit“ kann man Nudeln, Linsen, Kichererbsen, Reis und Tomatensoße nacheinander zubereiten. Dann steht man aber fast zwei Stunden in der Küche. Ich bevorzuge daher die „viele Töpfe“-Version und versuche möglichst alles zeitgleich fertig zu kriegen. Das liegt auch daran, dass ich Kushari lieber mag, wenn alle Zutaten möglichst warm auf den Tisch kommen – vor allem im Winter. Notwendig ist das nicht unbedingt. Es genügt auch, wenn die Tomatensoße heiß ist, und die übrigen Zutaten etwas wärmer als Zimmertemperatur sind. Wie gesagt, ich bevorzuge es wenn alles schön heiß auf den Tisch kommt.

Diesesmal habe ich eine etwas andere Variante gemacht und die Kichererbsen direkt in der Tomatensoße gegart, so wie lamiacucina. Das spart schonmal einen Topf. 😉 Anstelle des sonst verwendeten Ta’leya habe ich diesesmal eine Knoblauch-Essig-Soße gemacht, auch sehr lecker!

Zutaten
für die ägytische Tomatensoße (Dim’a misabbika)
  • 1 Dose (400 g) gehackte oder passierte Tomaten oder 450 ml Tomatensaft
  • 3 Knoblauchzehen
  • Olivenöl
  • 1 TL Essig
  • Salz und Pfeffer
  • 1 – 2 TL Couscous-Gewürz (oder Baharatgewürz)
für die Kichererbsen
  • 100 g getrocknete Kichererbsen (oder – was ich bevorzuge – eine 400g-Dose vorgekochte)
für den Reis
  • 100 g Rundkornreis
  • 300 ml Gemüsebrühe oder Hühnerbrühe
  • etwas Salz
für die Linsen
  • 100 g Linsen, schwarze, braune oder rote
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 – 2 EL Weißweinessig
  • Salz
  • Pfeffer
für die Nudeln
  • 100 g kleine Nudeln (z.B. kleine, kurze Maccaroni oder Mini Pipe Rigate – die hatte ich diesesmal)
für die gerösteten Zwiebeln
  • 1 grosse Zwiebel
  • Olivenöl
  • Salz
für die Knoblauch-Essig-Soße
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 – 3 EL Weißweinessig
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1-2 EL Wasser
  • Prise Salz
 für die scharfe Soße
  • 100 ml Tomatensoße (siehe oben)
  • 2 scharfe Pepperoni

Portionen: 2
Zubereitungszeit: 45 Minuten (wenn man parallel arbeitet und Kichererbsen aus der Dose nimmt, sonst knapp 2 Stunden)

Zubereitung

Wenn alles halbwegs zeitgleich fertig werden soll, ist die Reihenfolge in der man die einzelnen Sachen zubereitet besonders wichtig. Wer getrocknete Kichererbsen verwendet beginnt mit diesen, da sie am längsten brauchen. Sonst geht es mit der Tomatensoße los.

Die Kichererbsen am Vortag in reichlich Wasser einweichen und über Nacht quellen lassen. Vor dem Kochen das Wasser abgießen, frisches aufgießen und die Kichererbsen ca. 60 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Dann abgießen.

Jetzt die Tomatensoße vorbereiten. Die Knoblauchzehe fein hacken und im Öl anrösten, bis sie anfängt zu bräunen. Die gehackten Tomaten mit dem Saft dazugeben. Mit Couscous- oder Baharatgewürz würzen und ca. 15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis die Soße leicht dunkel wird. 100 ml für die scharfe Soße abnehmen und beiseite stellen. Die gegarten Kichererbsen, bzw. die Dosenerbsen zugeben und ca. 20 Minuten in der Soße garen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken.

Für die scharfe Soße die Pepperoni sehr fein hacken, mit 100 ml der Tomatensoße vermischen und in einem extra Schälchen servieren.

Die Linsen waschen und in einem Topf in nicht gesalzenem Wasser garkochen – je nach Linsensorte dauert das zwischen 5 Minuten (rote Linsen) und 20 Minuten (braune). Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden, den Knoblauch sehr fein hacken. In wenig  Öl zuerst die Zwiebel andünsten bis sie glasig ist, dann den Knoblauch und den Kreuzkümmel zugeben und kurz mitdünsten. Die abgetropften Linsen hineingeben und mit Essig und abschmecken.

Nun zu den gerösteten Zwiebeln. Die Zwiebeln in halbe Ringe schneiden und im Olivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze schön braun braten. Das dauert ca. 10 bis 15 Minuten.

Den Reis in der Gemüse- oder Hühnerbrühe nach Packungsanweisung garen – dauerte bei mir 20 Minuten, kann aber auch, je nach Reissorte länger dauern. Ggf. noch etwas Brühe zugeben, falls die Flüssigkeitsmenge nicht reicht.

Das Nudelwasser aufsetzen und die Nudeln nach Packungsanweisung in reichlich Salzwasser kochen. Die Mini Pipe Rigate brauchten nur 5 Minuten, also nicht zu früh aufsetzen.

Zum Schluss noch die Knoblauch-Essig-Soße anrühren. Dazu den Knoblauch sehr fein hacken oder durch die Knoblauchpresse drücken und mit gemahlenem Kreuzkümmel, Essig, Zitronensaft, Wasser und Salz verrühren.

Am besten stellt man alle Töpfe und Schälchen auf den Tisch und jeder baut sich sein Kushari selber zusammen. Als erstes gibt man Nudeln, dann Reis, Linsen und Kichererbsen auf den Teller. Darauf gibt man etwas Tomatensoße, scharfe Soße und Knoblauch-Essig-Soße nach Geschmack und zum Schluss die gerösteten Zwiebeln. Von den Soßen nimmt man sich dann ggf. noch nach.

Wie gesagt, ein sehr leckeres aber nicht ganz unaufwändiges Essen. Besonders geeignet, wenn man eine größere Gästeschar zu bewirten hat, weil es sich – genügend große Töpfe vorausgesetzt – sehr leicht skalieren läßt. 😉

Jürgen
Kocht gerne und fast täglich. Probiert oft Neues aus. Wenn’s sein muss, auch mal aus der Convenience-Food-Abteilung (aber wirklich nur gaaanz selten), was dann auch regelmäßig hier verbloggt wird.
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3 Kommentare zu “Kushari: Das letze (Topf-)Aufgebot für ägyptisches Fast-Food

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Jürgen 14:40