Hirschfilet mit Schlehen-Rotwein-Sauce, Rosenkohl und Rotwein-Maronen

Die Fülle der Kochsendungen ist unübersehbar. Die meisten scheiden für mich sofort aus wegen des Titels, bspw. Promi-Dinner oder auch Küchenschlacht, und auch die unsägliche Restaurantchose, heißt „die Restaurant-Fuzzis“ oder so ähnlich. Dort sollen Fachleute (?), oder auch nicht, bekehrt werden, ihre Gäste auf Malle oder auch anderswo nicht nur mit der Friteuse und Tütensuppen über den Tisch zu ziehen. Grauselig! Es gibt Alternativen. „Lanz kocht“ gehört für mich dazu, wenn man sich während der Vorträge von Schuhbeck ein Glas Rotwein holt. Nelson Müller und auch andere der jungen Stern-Köche sind oft erfrischend und mit originellen Kreationen präsent. Richtig gern sehe ich die Kochsendungen von NZZ-Format, eine Fernsehreihe der Neuen Züricher Zeitung. Eine Sendung von NZZ-Format hatte ich bei Arte gesehen – über eine Schweizer Köchin aus dem Tessin. Die Sendung von Meret Bissegger stellte Wintergemüse und ihre Zubereitung vor. Und wenn ich ein paar Tage später etwas aus dieser Sendung nachkoche, weiß ich: das hat mich wirklich interessiert.

Hier also Rosenkohl, nach Meret Bissegger, mit Koriandersamen und Kreuzkümmel und Rotwein-Maronen, die dazu gehören. Frau Bissegger sagt: Kohlgemüse sollte mit den Samen von Doldenblütlern garen. Das macht sie leichter verdaulich, und Rosenkohl sollte nicht verkocht werden, das würde seinen „kohligen“ Geschmack nur verstärken. Sie putzt den Rosenkohl, halbiert ihn und brät ihn in wenig Öl an und gart ihn dann in Brühe. Die Rotwein-Maronen hatte sie aus getrockneten Maronen zubereitet. Ich hatte frische Maronen genommen und im Backofen gebacken und dann weiterverarbeitet. Dazu gab es Hirschfilet mit einer Rotwein-Schlehen-Sauce. Übrigens mit den selbst eingelegten Eifel-Oliven, die in Wirklichkeit Schlehen sind. Viel Spaß beim Nachkochen! Und wer’s jetzt nicht nachkochen möchte, Weihnachten kommt so ca. in einem Jahr wieder!

Zutaten für zwei Personen
  • 200 g Rosenkohl
  • 3 Esslöffel Albaöl
  • 1 Teelöffel Kreuzkümmelsamen
  • 1/2 Teelöffel Koriandersamen
  • 50 ml Gemüsebrühe
  • 200 g Maronen
  • 100 ml Rotwein
  • 40 ml Balsamico
  • 80 ml Sahne
  • 1 Handvoll Eifeloliven, ersatzweise Cranberries oder getrocknete Kirschen
  • 200 g Hirschfilet am Stück
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • 80 ml Sahne
  • Pfeffer und Salz
 Zubereitung

Die Maronen einritzen. Auf ein Backblech geben und bei 150°C ca. 10 Minuten rösten. Anschließend die Schale aufbrechen, die Maronen schälen und vor allem die pelzige Haut entfernen. Maronen, deren pelzige Haut sich nicht entfernen lässt, entsorgen, diese Maronen schmecken bitter, bedingt durch die Haut. Den Rosenkohl waschen, den Stielansatz entfernen, unsaubere Blätter entfernen und die Rosenkohle (ist das wirklich der Plural?) halbieren. Den Rosenkohl im Albaöl anbraten, leicht salzen. Kreuzkümmel und Koriander in ein Teesieb oder Papierteebeutel geben und mit der Gemüsebrühe erhitzen. Den Rosenkohl mit der Gemüsebrühe auffüllen. Wer’s intensiver mag: das Kreuzkümmel-Koriander-Päckchen dem garenden Rosenkohl zugeben und ca. 5 Minuten garen. Dann im Topf zur Seite stellen. Rotwein mit Balsamico aufkochen. Die Maronen zugeben. Die Maronen sind gar, wenn sie aus dem Ofen kommen. Deshalb die Maronen nur einige Minuten im Rotweinsud ziehen lassen und anschließend unter den Rosenkohl heben. Eifeloliven in den Rotweinsud geben und reduzieren. Das Hirschfilet in daumendicke Scheiben schneiden. Im gut warmen Olivenöl von jeder Seite 3 Minuten anbraten, pfeffern und salzen. Die gebratenen Hirschfilets kurz in den Backofen legen zum Ausbluten. Den Rotweinsud mit Sahne aufgiessen und noch mal kurz aufkochen lassen. Rosenkohl, Maronen aufgeben. Das Hirschfilet auflegen und mit der Rotweinsauce nappieren.

Gargantua
Meidet Tütensuppen und Dosenchampignons. Ansonsten ist (fast) jeder Fisch willkommen, wenn er sich in der Pfanne ordentlich benimmt.
Print Friendly, PDF & Email

0 Kommentare zu “Hirschfilet mit Schlehen-Rotwein-Sauce, Rosenkohl und Rotwein-Maronen

  1. uh, das Fleisch ist ja noch sehr blutig. Das geht gar nicht an mich ran. Ich würde es dann wohl noch 10 Minuten bei 100 Grad im Backofen garen

  2. @Juürgen *kicher* im ersten Moment habe ich auch gedacht, die Soße wäre eine Blut-Sahne-Soße … ein bisschen mehr durchgaren wäre auch für mich angesagt.

  3. @Martina@Jürgen: schön dass ihr der Prozess der Zivilisation schon noch weiter beschritten habt als ich.
    Ich neige halt oft noch zu Genüssen, die sehr nah am Lagerfeuer sind.

  4. @Gargantua: Ach, das ist schon okay. Als unsere Vorfahren vor ca. 300.000 Jahren das Feuer für die Essenszubereitung nutzbar gemacht haben, hatten sie natürlich auch erstmal experimentieren müssen, um das richtige Maß zwischen „blutig“ (das es so heute eigentlich nur noch auf diesem unbedeutenden Inselchen im Nordatlantik gibt – und nach dem diese archaische Zubereitungsart auch benannt ist :->) und „verbrannt“ zu finden. Aber für ein klingonisches Kochbuch wäre das sicher ein Superrezept – „Terranisches Hirschfilet in Blut-Sahne-Soße“. *kicher*

  5. Pingback: Hasenrücken mit Rosenkohl, Rotwein-Maronen und Gebäck | Lotta - kochende Leidenschaft

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hirschfilet mit Schlehen-Rotwein-Sauce, Rosenkohl und Rotwein-Maronen

Gargantua 18:21