„Wirsing!“ schallte es früher aus dem Radio, wenn Herr Zipp in der SWR3-Radiocomedy „Horrortrip bei Feinkost Zipp“ den verwirrten Einkäufer verabschiedete. Gemeint war ein verballhorntes „Wiedersehen!“. „Nein danke, heute keinen Wirsing!“, würgte dieser dann heraus. Zu unrecht. Wirsing ist doch eigentlich eine leckere Angelegenheit.
Für unsere jugendlichen Leser aber hier erst einmal etwas Aufklärung. So sieht ein Wirsing aus (danke an Windrose / pixelio.de):
Kein Witz: In einem Edeka („Wir lieben Lebensmittel“) sah ich vor Jahren mal eine Azubi an der Kasse, die ernsthaft nachgefragt hat, welches Gemüse ich ihr da auf’s Band gelegt hätte. Das würde sie nicht kennen. Nein, nix Migrationshintergrund oder so. Eher jahrelanges Convenience-Training. In solchen Momenten weiß ich nicht, ob ich lachen oder in Tränen ausbrechen soll. In Deutschland wird Wirsing immerhin seit dem 18. Jahrhundert angebaut, nachdem er aus Südeuropa eingewandert worden ist. Oder so.
Wirsing hat nur 31 Kilokalorien pro 100 g, enthält wie alle Kohlsorten reichlich Senfölglykoside (zum leichter Lesen: Senföl-Glykoside), besonders viel Chlorophyll, doppelt so viel Eiweiß, Fette, auch Eisen und Phosphor wie Weiß- und Rotkohl, ferner Vitamin A und mehrere B-Vitamine. Roh deckt er mit 100 g den Tagesbedarf an Vitamin C. Das erklärt, wieso Wirsing im Winter so beliebt ist. Allerdings wird er in der Regel gekocht genossen, was die Vitamine leider größtenteils zerstört, aber sehr lecker sein kann. Siehe hierzu mein Wirsing-Rezept vom vorletzten Herbst.
Die wikipedia gibt Auskunft über die Verwendungsmöglichkeiten in der Küche:
Wirsing kann auch schon verwendet werden, wenn er noch keinen festen Kopf hat. Er ist in der Küche sehr vielseitig verwendbar, da seine Blätter zarter sind als die der meisten anderen Kohlsorten. Darüber hinaus hat er ein knackigeres Blatt und ist in Salatmischungen wegen seiner welligen Form dekorativer. Die inneren, hellen Blätter sind schon nach kurzer Zeit gar und können als Gemüsebeilage verwendet werden. Andere Zubereitungen sind gefüllter Wirsing oder Eintöpfe. Die größeren Blätter eignen sich besonders gut für Kohlrouladen. Sehr bekannt ist in der Schweiz auch das Eintopfgericht Pot-au-feu, das mit Siedfleisch serviert wird. Wirsing ist auch Teil des Suppengrüns.
Ein Tausendsassa, dieses Gemüse und in gekochter Form hier auch schon öfters erwähnt! Wenn jemand ein schönes Salatrezept für Wirsing hat, würde ich mich über einen Tipp sehr freuen!
Hat die „Lotta“ erfunden. Kocht täglich. Steht vor allem auf asiatische Küche und Hausmannskost. Mag keine Tiefkühlprodukte und keine Bandnudeln. Isst alles außer … Grünkohl!
Mit diesem Rezept ist mir eine Art Allrounder gelungen. Am ersten Tag war es ein schmackhaftes Gericht aus der Pfanne, am nächsten Tag habe ich die Reste zu Frikadellen verarbeitet. Und immer war es lecker!




Risottoreis (ich hab einfach in den Topf geschüttert … was nimmt man für 2-3 Portionen? 150 g?)
Wie kann man Aprikosenmarmelade mit welchen Gewürzen etwas veredeln? Was passt? Ganz oft ist mir bei der Recherche Lavendel als Gewürz begegnet, also habe ich beschlossen, meinen Lavendeltee endlich mal für was anderes als zurSchrankbeduftung zu verwenden. An sich eine super Idee, aber hier ein kleiner Tipp von mir: Vor dem Kochen der Marmelade die Gewürze, die man verwenden möchte, dosiert bereitstellen. Nicht während des Kochens, wenn man noch am Rühren ist, z. B. Lavendelblüten in die brodelnde Masse kippen. Sollte einem nämlich aus dem dicken Schraubglas zu viel rausrutschen … Äh, ja, das war wirklich ungenießbar. Lavendel in einer Dosierung, dass alles nur noch bitter schmeckt. Aber sicher sehr einschlaffördernd … Aber ich wollte Marmelade, keine Medizin herstellen. Also habe ich heute nochmal Aprikosen gekauft (kleine, türkische Zuckeraprikosen, sehr lecker!) und nach folgendem Rezept gearbeitet:
Aprikosen und Gelierzucker in einem Topf verrühren und 1/2 Stunde stehen lassen. Die Aprikosen ziehen so etwas Saft und lassen sich leichter kochen. Unter Rühren aufkochen lassen und 3 bis 5 Minuten weiterkochen. Die von mir verwendete Sorte ist nicht zerfallen, also habe ich sie mit einem Pürierstab püriert, Gewürz bzw. Lavendelmarmelade eingerührt, noch einmal kurz aufkochen lassen und dann in heiß ausgespülte saubere Schraubgläser gefüllt. Auf den Kopf stellen (die Gläser) und nach einer Viertelstunde wieder umdrehen (oder auf dem Kopf stehen lassen, auch Wurst). Fertig ist die Marmelade!