Kalbsleber mit Trüffelsahne

Wenn der Speiseplan durch den Gang über dem Markt bestimmt wird, fühle ich mich irgendwie wohl, kaufe jahreszeitenbezogene Produkte und versuche die Gemüse/Salate mit den entsprechenden „Beilagen“ zu ergänzen. Der nächste Markt ist aber erst in fast einer Woche, dementsprechend der Gang durch den Supermarkt, der Wirsing lag schon im Wagen, und auch die anderen Zutaten. Aber manchmal kommt es anders als man denkt und der „Tatort“ war die Fleischtheke, die nette Verkäuferin und die frische Kalbsleber. Und es begann ein schönes winterliches Kochen mit einem feinem Ergebnis.

Weiterlesen

Bratapfel mit Cantuccini und Hagebuttensauce

„Wer hats erfunden?“, die Schweizer, aber nicht der agile „Ricola-Mann“, sondern die findigen Macher der Rezeptseite von Migros. Und findig, wie Schweizer nun mal sind, haben sie die Äpfel mit Cantuccini gefüllt, sie enthalten all die bekannten Bratapfelgewürze, u. a. Mandeln, Zucker, Amaretto und verschiedene Gewürze wie Kardamon, Zimt, Nelken und Sternanis. Das macht die Sache wesentlich einfacher und ist obendrein auch noch richtig lecker. Ich habe noch eine Sauce aus Apfelsaft und Hagebutten dazu gemacht. Und dabei an Sarah Wiener gedacht, die kürzlich meinte die Sauce zum Dessert gäbe es nur für das Arrangement. Hier kann ich nur zustimmen die „nackten“ Bratäpfel auf dem Teller, da fehlt was und in diesem Fall ist diese Sauce auch noch gut.

Weiterlesen

Nordseekrabbengratin

So richtig lecker schmeckt dieser Auflauf, wenn man von einer Wanderung von Wyk auf Föhr am Südstrand entlang auf der Promenade mit Blick auf die Hallig Langeneß und natürlich immer im Gegenwind, zurückkehrt. Ich finde es gibt eigentlich nur Gegenwind, egal wie man geht. Wer vom Gegenwind genervt, schon Erfrierungen 1. Grades hat, und auf Höhe des Flugplatzes umgekehrt und an Rückenwind glaubt, darf in der Fisch-Kate   seine Krabben, wenn es sein muss auch ungepult, kaufen. Für alle die durchhalten auf dem Dünenweg bis Nieblum, gibt es einen heissen Tee im Cafe Kliff, direkt am Strand. Geschützt hinter der grossen Glasscheibe und dem herrlichen Blick auf das Meer. Wenn es nicht da sein sollte, keine Angst in ca.6 Stunden spätestens ist es wieder da. In der Zwischenzeit kann man durch das winterlich verschneite Nieblum stapfen und kauft seine Krabben bei Käpt’n Mops, einem süssen kleinen Fischladen gegenüber der Kirche.

Weiterlesen

Heritage Release, Shiraz von Wolf Blass

Syrah/Shiraz „ohne Marmelade“ nennt Stuart Pigott die neue Generation der australischen Rotweine. Waren diese Weine doch in der Vergangenheit, trotz ihrer opulenten Kraft, oft noch durch die Zugabe von Traubenmostkonzentrat in einer Art und Weise für den vermeintlichen Mainstream aufbereitet worden, so dass sie jeden „Kenner“ abschreckten. Die neue Generation, zu der auch der hier vorgestellte Wein zählt, unterscheidet sich deutlich von den „pappigen“  Schmeichlern, die Weinliebhaber in Europa nicht mögen. Erinnern wir uns,  Syrah ist die Rebsorte für die Klassiker der Cote du Rhone, Saint-Joseph, Hermitage, Cornas, und auch die Rebsorte,  die als Gerüst für viele Cuvees des Languedoc dient.

Weiterlesen

Kaninchen mit Backpflaumen

Der Förster hatte sich bislang noch nicht gemeldet; ich hatte mich auf die Warteliste für Wild setzen lassen, und bekam noch nicht einmal einen kleinen Hasen. Also musste ich auf  Buschmannhasen, so heissen die Kleinen in Südafrika, auch Kaninchen genannt, zurückgreifen. Kaninchen sind bekannter maßen auch bekömmlicher, weil sie deutlich weniger Schrotkugeln haben. Aber wenigstens so aussehen wie ein Hase sollte es. Also ab in eine kräftige Rotweinbeize.

Weiterlesen

Lauchtorte, la flamiche

Winterzeit ist die Zeit für Ofengerichte, wenn sie dampfend und duftend aus dem Ofen kommen, „schmelzen die Herzen die Herzen der stolzesten Frauen“, ohne dass man für sie den ganzen Hof von Schnee freischaufeln muss – oder geht „den Hof machen“ doch etwa anders? Auf jeden Fall ist „la flamiche“ ein französischer Klassiker und wunderbar einfach zuzubereiten. Teig, Lauch, Eier, Schinkenspeck und schon kann es los gehen.

Weiterlesen

Silvaner aus Rheinhessen, die Zweite.

Auf absehbare Zeit bekomme ich bei meinen Einkaufquellen keinen Silvaner, aber ich schätze diesen Wein wegen seiner Frische und Fruchtigkeit, gerade zu Fischgerichten, auch im Winter. Ich hatte schon das Einsteigerpaket Rheinhessen Silvaner vorgestellt. Beim Stöbern im Internet bin auf eine weitere interessante Seite gestossen. Es ist ein Onlineshop von ca. 20 Winzern, die ihre Weine dort vermarkten. Das ist ja auch sinnvoll, denn die Pflege eines solchen Shops, inklusive der Jahrgangswechsel, Lagenwechsel usw, ist doch recht aufwendig. Das Weingut Engelhard verlinkt von seiner Webseite direkt zu diesem Onlineshop mit seiner Weinliste. Man kann zwischen Weinsorten, Weißwein, Rotwein, Rosé usw. wählen und weiter unten über fünf weitere Kriterien, wie Qualität, Rebsorte, usw. selektieren. Über die Selektion „Winzer“ gelangt man dann auch auf die Webseiten der beteiligten Winzer. Ich habe die Rebsorte „Silvaner“ gewählt. Man bekommt die Analysewerte der Weine angezeigt und kann sich ein Bild über Gradation und „Restzucker“ usw.  machen, inklusive einer Kurzbeschreibung der Weine. Weiterlesen

Wasabirippchen auf Rieslingsauerkraut

Im neuen Jahr soll man Sauerkraut auftischen, damit einem das Geld nicht ausgeht. Ist mein Kontostand irgendwie beängstigend(?), aber ich bin sowieso zu spät, denn der Brauch gilt wohl für den Neujahrstag. Ich habe einiges über den Brauch (in Hessen und Franken) gefunden, aber keine schlüssige Ableitung zum Geld. Da halte ich mich doch an andere hessische Weisheiten, zum Beispiel: „Wer im Sommer Weisskraut klaut und auf Gott vertraut, der hat im Winter Sauerkraut“, finde ich irgendwie stimmiger! Wir müssen weder unser Weisskraut stehlen, noch unser Sauerkraut ansetzen. Das ist übrigens keine so einfache Sache. Ich erinnere mich an die Krautschneidrutsche bei der Oma, ein durchaus martialisches Gerät, das keineswegs Fingerkuppen schonte, wenn man nicht aufpasste , und gestunken hat das, in der Milchsäure gärende Sauerkraut, auch ganz schön. Jetzt mache ich die Folienpackung auf, ein frischer Duft, krautiger Duft, strömt aus, und los geht’s !

Weiterlesen

Gebratene Forellenfilets mit andalusischem Spinat, Trucha con espinacas sacromonte

Gefallen hatte mir das andalusische Rezept für Spinat mit Rosinen, Mandeln, Weissbrot und Knoblauch, mit dem hübschen Namen „espinacas al estilo Sacromonte“. Wie der Spinat zum heiligen Berg kommt, blieb mir nach Lesen des Rezeptes zwar verborgen, aber vielleicht tun sich ja beim Zubereiten Berge auf, die ich noch nicht kenne. Dazu sollte es Forelle geben, allerdings war das Suchen in meinem spanischen Kochbuch unergiebig. Wie so viele mediterrane Küchen wickeln sie immer wieder Forellen in Speckmantel , und das kann ich gar nicht leiden. Ich hab dann mal gegoogelt, nach „trucha (das ist der spanische Name für Forelle) con espinacas“ und 39.200 Rezepte haben mich fast erschlagen. Also die bewährten Forellenfilets auf der Haut gebraten mit dem andalusischen Spinat. Fusionsküche, und da müssen auch keine Kochbücher umgeschrieben werden.

Weiterlesen

Risotto mit Radicchio, Risotto al Radicchio rosso

Bei uns wird Radicchio in der Regel als Salat verwendet. In der mediterranen Küche ist es durchaus üblich salatartige Gemüse auch anders zu verarbeiten. Radicchio gibt es in Italien in Sahne, gegrillt, und viele, viele weitere Zubereitungen. Der rote Farbstoff Anthocyane des Radicchio kommt übrigens auch in der Aubergine, dem Holunder, der Brombeere, der Heidelbeere, der schwarzen Johannisbeere und im Rotwein vor. Also eine durchaus gute Verwandtschaft. Und Wiki weiss noch mehr: „Auch bei der Laubfärburg im Herbst werden Anthocyane gebildet, die den Rotanteil des Herbstlaubes ausmachen“. Womit wir fast wieder bei den Jahreszeiten sind. Und jetzt haben wir Winter und so ein leckeres Risotto, stärkt uns für einen langen Winterspaziergang.

Weiterlesen

Risotto mit Radicchio, Risotto al Radicchio rosso

Gargantua 10:41